The Mandalorian & Grogu

The Mandalorian & Grogu

19. Mai 2026 Hel Film

Nach Star Wars – Episode IX: Der Aufstieg Skywalkers war es im Kino sehr lange still um das Star-Wars-Franchise. Erst nach sieben Jahren können sich Fans auf Jon Favreaus The Mandalorian & Grogu freuen, welcher auf der Serie The Mandalorian beruht und zeitlich zwischen Episode 6 sowie Episode 7 spielt. Doch wer Angst hat, dass jetzt eine Contentflut um das Mandoverse konsumiert werden muss, soll laut Regisseur Jon Favreau sowie Drehbuchautor Dave Filoni beruhigt sein, da ein Vorwissen angeblich nicht benötigt werde.

Gerade diesen Aspekt finde ich spannend, da sich die Serie The Mandalorian in der dritten Staffel zu sehr im Kreis gedreht hat und fast nur aus Lückenfüllern sowie Easter-Eggs bestand, die nur für den Gotcha-Moment enthalten gewesen sind. Zudem fing die Serie an, langsam nicht mehr ansehnlich und vor Allem repetitiv auszusehen. Und genau der Punkt bereitete einigen Leuten Sorge, da The Mandalorian & Grogu erst als vierte Staffel der Serie geplant wurde.

Die 165 Mio. Dollar Episode

Die Tatsache, dass The Mandalorian & Grogu erst als vierte Staffel geplant wurde, ist optisch klar zu erkennen. Eine Star Wars Produktion ist zwar spätestens seit Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung stark CGI-lastig, aber bei The Mandalorian & Grogu fallen die Effekte schon stark und teils negativ ins Auge und erinnern deutlich mehr an The Volume Aufnahmen sowie die optische Qualität der Serie. In anderen Momenten überraschen die Effekte dann wieder und erinnern mit Flugszenen, dem Sonnenaufgang sowie dem Farbfilter entfernt an Top Gun: Maverick.

Und auch von der Erzählweise mit ihren Questeinlagen erinnert The Mandalorian & Grogu stark an seinen seriellen Vorgänger. Jedoch ist es in sich stimmiger, konsequenter sowie bodenständiger und lässt Pedro Pascals Mandalorianer wieder als den Revolverhelden sowie Antihelden erscheinen, der seit Staffel 1 in The Mandalorian vermisst wird. Dadurch erscheint der Film selbst vermehrt wie ein Spacewestern-Kopfgeldjägerfilm mit süßer Begleitung, ist aber genau auch deshalb in vielen Punkten vorhersehbar und fühlt sich mit seinen 132 Minuten Lauflänge einen Ticken zu lang an.

Von Grogu bis hin zu alten Bekannten

Mandos kleiner Begleiter Grogu ist in The Mandalorian & Grogu nicht mehr nur ein Objekt für Merchandise oder der kleine süße Comic-Relief-Charakter, sondern bekommt eine nennenswerte Rolle zugeschrieben und macht eine Charakterentwicklung durch, welche von Fans lange erhofft wurde. Tragischerweise ist Grogu damit auch der einzige Charakter, welche eine Entwicklung durchmacht. Pedro Pascals Charakter scheint seine finale Entwicklung bereits in The Mandalorian Staffel Zwei durchlaufen zu haben.

The Mandalorian & Grogu bietet mit Zeb Orrelios (Steve Blum) und Embo zwei Charaktere für Fans von Star Wars Rebels und Star Wars: The Clone Wars. Mit Rotta dem Hutten (Jeremy Allen White) gibt es sogar einen Verweis auf den Star Wars: The Clone Wars Film. Die Eastereggs funktionieren trotz ihrer künstlichen Looks, da diese nicht aufgezwungen wirken und für Menschen, welche Clone Wars oder Rebels nicht gesehen haben, dennoch logisch in der Handlung funktionieren.

Es ist Fluch und Segen zugleich, dass The Mandalorian & Grogu so aufgebaut ist, dass kein Vorwissen von Nöten ist. Einerseits muss dann nicht auf den Handlungsstrang der durchwachsenen dritten Staffel aufgebaut werden, aber andererseits fühlt sich der Film von Jon Favreau genau deshalb vereinzelt wie ein Softreboot an, in dem aber jeder Bezug zu den Jedi, Moff Gideon (Giancarlo Esposito) oder den weiteren Mandalorianern fehlt.

Wo war er?

Sigourney Weavers Leistung als Colonel Ward der neuen Republik ist überzeugend und sorgt für eine spürbare Präsenz in The Mandalorian & Grogu. Dennoch kommt es nicht an ihre Leistungen wie bei Aliens: Die Rückkehr heran, was aber auch an der Rolle liegt. Die weiteren menschlichen Darstellenden spielen solide, aber ohne groß Aufsehen zu erregen. Wer genau hinschaut, wird Dave Filoni als Cameo bemerken und wer in der OV-Version genau hinhört, wird Martin Scorsese bemerken.

Wer wegen Pedro Pascal ins Kino geht, sollte sich den Besuch bei The Mandalorian & Grogu jedoch zweimal überlegen. Wie schon in der Serie gibt es für den gefeierten Schauspieler sowohl Stunt- als auch Rüstungsdouble, weshalb zu sehen ist, dass Pedro Pascal zumeist nicht selbst in der Rüstung steckt. Zudem nimmt der Mandalorianer aufgrund seines Kodex fast nie den Helm ab, wodurch das Gesicht kaum zu erblicken ist.

Fazit

Wer Star Wars auf dem Niveau von Andor oder Star Wars: Rogue One erwartet, ist bei The Mandalorian & Grogu fehl am Platz. Die Reste vom Imperium wirken nicht mehr so bedrohlich und Sturmtruppen verkommen trotz guter Action zum Schießbudenevent. Doch wer den Vibe von Star Wars: The Clone Wars, Star Wars Rebels und The Mandalorian sowie dessen Musik von Ludwig Göransson mag, kann sich auf The Mandalorian & Grogu freuen. Auch wenn ein Kinobesuch bei den heutigen Preisen definitiv abgewogen werden muss, da sich der Film letztlich wie ein zwei Stunden lange qualitativ hochwertigere Folge der Serie anfühlt.

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