The Punisher: One Last Kill

The Punisher: One Last Kill

12. August 2026 Hel Film

Nach Spider-Man: Brand New Day hatte ich nochmal das Bedürfnis, die Netflix-Serie Marvel’s The Punisher zu sehen, da ich mir zumindest bei der zweiten Staffel nicht sicher war, ob ich diese wirklich zu Ende gesehen habe. Infolge dessen habe ich auch das Disney+ Fernsehspecial The Punisher: One Last Kill nachgeholt, welches am 12. Mai 2026 als Vorbereitung auf den neuen Spider-Man-Film veröffentlicht wurde.

Frank Castle (Jon Bernthal) lebt zurückgezogen und isoliert von seinen ehemaligen Wegbegleitern sowie seiner Rolle als der Punisher und versinkt in Einsamkeit, Depressionen, sowie Suizidgedanken, die nur dank Visionen von seiner Tochter nicht in die Tat umgesetzt wurden. An diesem leeren in den Tag leben würde sich eigentlich nichts ändern, wenn nicht plötzlich die Mobster-Patin Ma Gnucci (Judith Light) Frank konfrontiert und ein Kopfgeld auf ihn aufgesetzt hätte. Ein Kampf gegen die halbe Nachbarschaft, die sich eine dicke Belohnung erhofft, entsteht.

Aufbauen auf alte Stärken?

The Punisher: One Last Kill beruht auf der Netflix-Serie Marvel’s The Punisher, die Jon Bernthal in zwei Staffeln als blutrünstiger, rachsüchtiger, aber dennoch liebvoller sowie gebrochener Mann zeigte und dabei stark von einer ehrlichen Gesellschaftskritik gegenüber CIA und Militär, besonders aber auch von einer ausgereizten FSK-18 Freigabe profitierte. The Punisher: One Last Kill ist auch wieder ab 18 Jahren freigegeben und bringt mit Curtis (Jason R. Moore) sowie Karen (Deborah Ann Will) zwei bekannte Gesichter zurück. Sowohl die Netflix-Serie, als auch das TV-Special sind beide auf Disney+ zu sehen.

Das Bild von The Punisher: One Last Kill ist deutlich klarer und kommt mit deutlich satteren Farben daher, als seine Netflix-Vorlage und verliert damit abseits vom Seitenverhältnis den typisch optischen TV-Serien-Charakter. Dennoch sieht die Fernsehepisode gewünscht gewohnt dreckig, nah und bodenständig aus. Einzig beim Blut enttäuscht The Punisher: One Last Kill. Für eine FSK-18-Freigabe ist das hier zu harmlos und vom Einsatz des Blutes fast schon mit Spider-Man: Brand New Day vergleichbar. Zudem sehen die Blut-Effekte zu oft digital aus. Da vermissen Fans sogar den Ketchup-Blut-Look von älteren Serien.

Ein Bild aus The Punisher: One Last Kill: Nahaufnahme des Schauspielers Jon Bernthal als Frank Castle (The Punisher) mit dichtem, schwarzem Vollbart. Er blickt mit ernstem, erschöpftem Gesichtsausdruck direkt nach vorne. Er trägt eine tief ins Gesicht gezogene, dunkelgrüne Kapuzenjacke. Im Hintergrund steht er auf einer Straße in New York City zwischen zwei gelben Schulbussen.
© 2026 Marvel. All Rights Reserved.

He is him

Jon Bernthal als Punisher ist eine der besten Rollenbestzungen der Filmgeschichte, was The Punisher: One Last Kill erneut beweisen kann. Der amerikanische Schauspieler geht nicht nur in der Rolle des wortkargen Rächers auf, er scheint für diese Rolle geboren zu sein. Egal, ob in Marvel’s Daredevil, Marvel’s The Punisher, The Punisher: One Last Kill oder selbst dem familienfreundlichen Spider-Man: Brand New Day: Jon Bernthal holt aus dem Punisher immer das Maximum heraus und überzeugt auf klarer Linie.

Zwar kriegt neben Jon Bernthal keiner der anderen Darstellenden wirklich eine große Bühne, und auch der Auftritt von Karen sowie Curtis ist überschaubar, dennoch können die anderen Schauspielenden überzeugen. Gerade die Szene im Laden sorgt für einen kleinen, rührenden Moment, der die menschliche, hilfsbereite Seite von Frank Castle und sein mittlerweile solides Standing in der Gesellschaft zeigt.

Eine düstere Aufnahme des Schauspielers Jon Bernthal als Frank Castle (The Punisher). Er trägt seine schwarze Einsatztaktik-Weste mit dem markanten, weißen Totenkopf-Logo auf der Brust. Er blickt mit ernstem, entschlossenem Gesichtsausdruck leicht zur Seite. Der Hintergrund ist eine dunkle, steinerne Wand im Halbschatten.
© 2026 Marvel. All Rights Reserved.

Aber dennoch…

Das größte Manko von The Punisher: One Last Kill ist die oberflächlich, fast schon belanglose Story des TV-Specials. Die vereinzelten Storyfetzen mit Gangster-Matriarchin Ma sowie die altbekannten Visionen der Familie dienen letztlich nur, um den Kampf im Wohngebiet auszulösen. Dabei bleiben auch die Schlägertypen inhaltlich komplett blass und zu keiner Zeit eine Bedrohung für Frank Castle. Hier fehlt einfach ein raffinierter Gegenspieler wie Billy Russo, die sich auch mehr als nur ein paar Sekunden zur Wehr setzen können.

Szene aus The Punisher: One Last Kill: Eine weite, düstere Aufnahme in einem kargen Raum. Der Hauptcharakter sitzt mit freiem Oberkörper im Profil auf einem Eimer in der Raummitte. Er blickt nach rechts zu einer Kiste. Drei bewaffnete Männer in taktischer Kleidung bewachen ihn. Einer steht im Schatten links, zwei weitere stehen als Silhouetten vor einem hellen Fenster im Hintergrund.
© 2026 Marvel. All Rights Reserved.

Fazit

The Punisher: One Last Kill kann kurzweilige, unterhaltende Action mit Jon Bernthal als Punisher bieten, stillt aber nicht den Hunger nach einer lang ersehnten dritten Staffel von Marvel’s The Punisher oder weiteren Auftritten mit Inhalt. Und selbst die blutigen Momente überzeugen nicht mehr so sehr, wie zuvor. Da bietet sogar Jon Bernthals Auftritt in Spider-Man: Brand New Day mehr Tiefe. Wer also auf mehr Punisher-Story mit FSK-18-Freigabe hofft, hofft weiterhin ins ungewisse hinein.

Vorheriger Terminator