Backrooms

Backrooms

17. Juni 2026 Hel Film

Bei den Backrooms handelt es sich um ein Creepypasta Internetphänomen, welches seinen Ursprung in einem Bilderpost in 2019 wiederfindet und mit eintönigen, menschenleeren sowie schier unendlichen Labyrinthen seine Aufmerksamkeit schnell auf sich zog. Infolge dazu haben viele Menschen im Internet die Mythen wachsen lassen, neue Welten sowie Kreaturen in den Backrooms und diverse Videospiele zu dem Mythos geschaffen. Seit 2022 hat der damals 16-Jährige Kane Parsons auf seinem Youtube-Kanal Kane Pixels die Webserie Backrooms veröffentlicht.

Darstellung der „Backrooms“, eines fiktiven endlosen Labyrinths aus verlassen wirkenden Räumen: Ein leerer Innenraum mit beigefarbenem Teppichboden, gelb-grün gemusterten Tapeten, weißen Säulen und einer abgehängten Decke mit hellen Leuchtfeldern. Die sich wiederholende Architektur und die langen Sichtachsen vermitteln Orientierungslosigkeit und Unendlichkeit.
Bildhinweis: MovieHell · Rechte bei den jeweiligen Urhebern

Mittlerweile hat sich Kane Parsons mit dem Filmstudio A24 zusammen gesetzt und durfte mit einem Budget von gerade einmal Zehn Millionen Dollar seine eigene Version der Backrooms für Hollywood realisieren. In diesem leitet der gescheiterte Architekt Clark (Chiwetel Ejiofor) relativ erfolglos ein Möbelhaus, bis er eines Tages eine versteckte Tür in der Wand in seinem Keller findet, welche in eine andere Dimension zu führen scheint. Nachdem seine Therapeutin Mary (Renate Reinsve) ihm nicht die Schilderung seiner Entdeckung glaubt, will Clark mit seiner Mitarbeiterin Kat (Lukita Maxwell) und deren Freund Bobby (Finn Bennett) Beweise für die Backrooms sammeln.

Back to the 90s

Backrooms spielt in den 90er Jahren und fängt das Setting treffend ein. Der Kleidungsstil schreit durch die Altersgenerationen hinweg 90er-Mode, wir erblicken die typisch kantigen, aber stilvollen Autos und die Autos sowie die Dekoration sind auch eine Zeitreise für sich. Gerade Bürogebäude oder weite Hallenräume wie das Möbelhaus von Clark spiegeln den Zeitgeist treffend wieder und wirken dabei zudem wie eine Version der Backrooms in unserer Realität.

Die namensgebenden Backrooms selbst sind in ihrem typisch gelblichen sowie monotonen Ton gehalten und überzeugen zudem mit einer abstrakten, aber auch kreativ ansprechenden Architektur, in der kein Raum dem Vorherigen gleichen will. Doch wirklich viel detailreicher lassen sich die Backrooms nicht beschreiben. Zumindest nicht, ohne diese sowie die Handlung zu spoilern und damit die Immersion zu nehmen. Es sind Orte, welche selbst erlebt werden müssen, um sie verstehen zu können.

Eine junge Frau und ein junger Mann stehen nebeneinander in der Mitte einer weitläufigen, spärlich eingerichteten Halle mit hellem Fliesenboden. Die Frau links hat kurze, dunkle Haare, trägt ein türkisfarbenes, bauchfreies Top, dunkle Shorts und hält eine große, graue Tasche über der Schulter. Der Mann rechts trägt ein weißes T-Shirt mit der Aufschrift „END APARTHEID“, eine helle, lockere Jeans mit braunem Gürtel und hält eine Kamera in der Hand. Beide blicken mit einem ernsten, fast besorgten Ausdruck nach vorne links. Im Hintergrund links sind mehrere Sofas wie in einem Möbelgeschäft aufgereiht; rechts befindet sich eine große Fensterfront mit einer geschlossenen Eingangstür. Die Szene wirkt weitläufig, steril und leicht surreal.
© 2026 Constantin Film Verleih GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Horrorklischee, aber…

Die Story selbst dient zwar fast ausschließlich dem Entdecken der Backrooms, kann aber dennoch von sich überzeugen und ist in sich selbst geschlossen logisch. Die Dialoge spiegeln das Szenario sowie die Stimmung wieder, die Charaktere verhalten sich für einen Horrorfilm selbst geschlossen logisch und machen eine glaubhafte Entwicklung durch, welche dafür sorgt, dass die Räume nicht zu repetitiv wirken. Nostalgiker können sich zudem freuen, da ein Teil der Entwicklungen auf Found-Footage-Passagen setzt, welche gut inszeniert sind und sich nicht hanebüchen anfühlen.

Renate Reinsve spielt gewohnt stark und kann von sich überzeugen. Während sie in Sentimental Value noch die traumatisierte Tochter verkörperte, spielt sie in Backrooms eine verständnisvolle Therapeutin, deren eigene Hintergrundgeschichte sie in die gelben Räume ziehen wird. Doch das schauspielerische Highlight ist Chiwetel Ejiofor (bekannt aus 12 Years a Slave, Triple 9, Doctor Strange und mehr). Dieser geht in seiner Rolle als Besitzer des Möbelhauses, welcher im Keller seines Geschäftes ein lebensveränderndes Geheimnis lüftet, voll auf. Fans von ihm hoffen auf mehr solcher kleinen Hauptrollen für ihn.

Eine Frau mit langen, dunklen Haaren stürmt panisch eine hölzerne Treppe hinauf. Sie trägt eine bunt gemusterte Kurzarmbluse und eine dunkle Hose. Ihr Gesicht ist schweißüberströmt, der Mund steht offen und ihre Augen sind starr und voller Entsetzen nach oben rechts gerichtet. Mit der rechten Hand klammert sie sich am hölzernen Geländer fest. Der Raum im Hintergrund erinnert an eine leblose Möbelausstellung: Entlang der kahlen, gelblichen Wände stehen verschiedene Holzkommoden, Schränke, Stühle und eine Stehlampe auf einem hellen Teppichboden. An der flachen Decke sind rechteckige Leuchtstoffröhren eingelassen. Die Szene vermittelt ein Gefühl von akuter Bedrohung, Angst und surrealer Isolation.
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Da schaut Blumhouse in die Röhre

Backrooms verzichtet komplett auf Schnickschnack wie billige Jumpscares und verlässt sich vollkommen zurecht auf das Talent der Darstellenden sowie das Szenario selbst. Denn das monoton unendliche Labyrinth mit zig neuen Möglichkeiten für neuen Wahnsinn und der damit verbundenen Adrenalin-Achterbahnfahrt bietet genug Horror-Atmosphäre, welche der junge Regisseur Kane Parsons voll ausschöpft. Gerade wenn bedacht wird, dass es sich um ein Regiedebüt in Hollywoods Traumfabrik handelt, verdient seine Leistung Lob und seine kommenden Projekte werden freudig erwartet.

Ein Mann steht in einem riesigen, monotonen Raum, der die typische Ästhetik der „Backrooms“ aufweist: gelbliche Wände, beiger Teppichboden und eine flache Rasterdecke mit eingelassenen Leuchtstoffröhren. Der Mann hat dunkles Haar, einen Bart und trägt ein helles Hemd zu einer dunklen Hose. Er blickt mit einem alarmierten, suchenden Ausdruck nach rechts. Im Zentrum des Raumes ist ein chaotischer, mannshoher Haufen aus alten Möbeln aufgetürmt. Darunter befinden sich verschiedene Holzstühle, umgedrehte Sessel, eine Holzkiste und ein alter Röhrenfernseher. Der Raum erstreckt sich im Hintergrund in endlose, leere Gänge. Die Szene vermittelt ein starkes Gefühl von Isolation, Desorientierung und Beklemmung.
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Fazit

Backrooms von Kane Parsons reitet nicht nur auf der Welle des Hypes des Mysteriums um die gleichnamigen gelben Räume, sondern versucht diesen definitiv mit zu formen. Wenn bedacht wird, dass der Film Stand 17.06.2026 bereits 250 Mio. Dollar eingespielt hat, scheint der Versuch mehr als nur erfolgreich. Und auch abseits davon ist Backrooms ein angenehm erfrischender Horrorfilm, welcher frischen Wind nach Hollywood bring und damit eine klare Empfehlung für Horrorfans ist. Auch, wenn das Ende spalten könnte und hoffentlich für aufregende Diskussionsrunden sorgt.

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