Berlin Kills Me

3. Juli 2026 Hel Film

Berlin Kills Me ist ein deutsch-türkischer Film von Neco Çelik, welcher im Jahr 2024 erschien, aber seinen deutschen Filmstart erst am 25.06.2026 feierte. Der Film handelt von der dreißigjährigen Jacky (Larissa Sirah Herden), welche in der Pandemie nach dem Tod ihrer Mutter und einem Jobverlust am Flughafen Tegel in einer Depression verfällt. Nach gescheiterten Suizidversuchen und der Erkenntnis, dass Jacky dafür keine Kraft hat, sucht sie Madame Bora (Katharina Thalbach) auf und setzt einen Auftragskiller auf ihr eigenes Leben an.

Doch alles ändert sich, als Jacky ihren potentiellen Killer (Burak Yigit) kennen lernt und sich in den Mann verliebt. Sie setzt sich mit der Bedeutung des Lebens auseinander und erkennt langsam dessen Wert. Schnell will Jacky den Auftrag bei Madame Bora zurück nehmen, doch diese gibt der Frau mit ehemaligen Todeswunsch zu verstehen, dass ihre große Liebe nur der Schüler ist. Der Meister (Kida Khodr Ramadan) wird nicht mit sich reden lassen, sodass eine hektische Jagd durch Berlin entsteht.

Berlin, aber auch nicht

Dass Berlin Kills Me den Ansatz verfolgen will, zu zeigen, wie groß diese Stadt ist und wie leicht Berlin einen besonders während der Pandemie verschlingen wollte, ist löblich. Denn obwohl die deutsche Hauptstadt wieder auf vier Millionen Einwohner zugeht, fühlt man sich hier schnell sehr einsam und das Abrutschen in Depressionen scheint in Berlin besonders leicht. Doch genau dieses Versprechen kann Berlin Kills Me nicht wirklich zeigen, was unter anderem daran liegt, dass wir mitten in der Handlung beginnen.

Zudem vergisst das Publikum regelmäßig, dass Berlin Kills Me in der deutschen Großstadt spielt, da zu viel on Set gedreht wurde. Szenen, die den Fernsehturm, den Innenhof einer für Berlin typischen Altbauwohnung, Teile des Flughafens Tegel zeigen oder gar die Eröffnung des Flughafen BER erwähnen fühlen sich wie ein nettes Gimmick an, welches bei den Zuschauenden aber auf Krampf den Standort Berlin einprügeln soll. Doch die Geographie der Orte will nicht stimmen und auch, wenn Berlin Kills Me während der Pandemie spielt, sind die Straßen der Stadt dennoch zu leer.

Eine darstellerische Unterwältigung

Das Schauspiel in Berlin Kills Me ist okay bis enttäuschend. Larissa Sirah Herden, welche die Protagonistin spielt, hat eigentlich nur einen Blick auf Lager, rennt meistens von Set zu Set und spricht mit ihrer rauchigen Stimme im Off pseudointellektuelle Sprüche herunter, welche aber Sprüche der billigsten Art sind und ausschließlich an Kalender- oder Glückskekssprüche erinnern. Kida Khodr Ramadan will an seine Rolle aus der Serie 4 Blocks erinnern, erreicht die Größe jedoch zu keiner Zeit und nuschelt die Dialoge so sehr herunter, dass diese kaum verstanden werden. Das einzig nennenswerte Highlight ist Katharina Thalbach, auch wenn sie ein nettes Gimmick ist und von ihrer Ausstrahlung sowie ihrer Legacy lebt.

Unterboten wird das Schauspiel in Berlin Kills Me nur vom Drehbuch und den damit verbundenen Charakterentwicklungen. Denn das Handeln und die Entwicklung der Charaktere ist durch und durch hanebüchen, löst kompletten Unverständnis aus und ist dabei so uncanny, dass die Zuschauenden mental aus dem Film herausgerissen werden. So wie sich die Charaktere verhalten, verhält sich kein Mensch. Nicht einmal in solchen Extremsituationen.

Fazit

Berlin Kills Me will eine Berliner Gangsteratmosphäre bieten, welche der Film aber zu keiner Zeit schaffen kann. Das Schauspiel ist durchschnittlich bis unterdurchschnittlich und das Verhalten der Charaktere zutiefst hanebüchen und unrealistisch. Ein einziges kurzes Highlight ist die Musik, welches ein Berlin-Feeling vermittelt, aber dann zu repetitiv wird. Zudem kann sich die Musik nicht vollends entfalten, da der Film durch seine gefilmte Art, die an den neuesten Tatort erinnert, zum geistigen Abschalten der Zuschauenden anreg und sich damit selbst mit einer Lauflänge von 86 Minuten zu lang anfühlt.

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