Finding Emily

Finding Emily

7. September 2026 Hel Film

Finding Emily ist eine britisch-US-Amerikanische Romantikkomödie von Alicia MacDonald nach einem Drehbuch von Rachel Hirons. Der Film hat eine Lauflänge von 111 Minuten und läuft ab dem 10. September 2026 in den deutschen Kinos. Finding Emily handelt von dem Gitarristen und Tontechniker Owen (Spike Fearn) der in Manchester in einem Campusclub arbeitet und dort ein Mädchen namens Emily (Sadie Soverall) kennen lernt. Die beiden jungen Erwachsenen verstehen sich auf anhieb und wollen sich erneut treffen.

Doch Emily hat Owen eine unvollständige Telefonnummer gegeben. Hoffnungslos in ein Ideal verliebt, geht der Tontechniker nur mit dem Vornamen und dem Entschluss, seine Emily zu finden, zum Unicampus und begibt sich auf eine schier grenzenlose Suche. Fasziniert von Owen und in der Hoffnung, ihn als Beispiel für ihre Abschlussstudie nutzen zu können, hilft Emily Raine (Angourie Rice) bei der Suche, muss aber feststellen, dass der Tontechniker nicht der Loser ist, für den sie ihn hält.

Erfrischend anders

Finding Emily bricht mit den gewohnten Klischees sowie typisch toxischen Dynamiken, die sich in Romantikkomödien wiederfinden. Es geht nicht um den extrem eifersüchtigen und toxisch aggressiven Gymbro oder die arrogante, doppeldeutige Frau, sondern um erfrischend normale, auf den ersten Blick fast schon langweilig wirkende Menschen, deren Handeln echte Konsequenzen zur Folge hat. Zudem zeigt Finding Emily hierbei treffend kritisch auf, dass diverse Flirtversuche von Männern für Frauen oft übergriffig ekelhaft sind und verzichtet im Gegensatz zu diversen Genrekollegen aus Hollywood wie Spa Weekend auf eine toxisch romantische Verklärung dieser Flirts.

Doch die wahre Stärke von Finding Emily liegt im britischen Humor, der dafür sorgt, dass sich der Film aus der breiten Masse überzeichneter Romantikkomödien abhebt. Dieser sorgt für bitterböse sowie herzliche Momente, die für ehrliche Lacher sorgen. Es sind erfrischen bodenständig, realistisch humorvolle Passagen, die alltägliche Situationen, statt Glanz und Glimmer präsentieren. Einzig die Originalfassung in der Pressevorstellung hätte aufgrund des starken britischen Akzent von Spike Fearn Untertitel vertragen können.

So geht Dramatik

Es gibt die Momente, in denen Finding Emily vorhersehbar wird, aber dennoch schafft es der Film, zu überraschen, zu schocken und genau die Art von Konfliktsituationen zu schaffen, die Girls Like Girls gefehlt haben. Zudem bietet Finding Emily fast schon überdramatische Wendungen, die die Rezipienten jedoch mitfiebern lassen und für Situationen Sorgen, bei denen man die Protagonisten durch die Leinwand anschreien möchte.

Auch das Schauspiel von Finding Emily kann durchweg überzeugen und selbst Nebendarstellende wie Amber Grappy als die lesbische Barkeeperin Rhea, Cora Kirk als Anna, Minnie Driver als Direktorin, Fiona Allen als Rezeptionistin und weitere fühlen sich nicht wie leere Hüllen als Beiwerk, sondern wie vollwertig sinnvolle Charaktere an, die die Handlung voranzutreiben wissen. Chemie sowie Darstellung der Charaktere passen wie die Faust aufs Auge und Finding Emily lässt sogar Raum für gut geschriebene queere Repräsentation, die sich nicht erzwungen eingefügt anfühlt.

Die Schönheit von Manchester

Finding Emily überzeugt mit einer starken Kameraarbeit von Rachel Clark, die das Vorstadt-, Uni- sowie Partyleben von Manchester visuell beeindruckend einzufangen vermag. Nebst dieser Szenen bietet die Kameraarbeit von Finding Emily kreative Einstellungen, die das Publikum so nicht oft zu sehen bekommt und dadurch lange in Erinnerung bleiben. Schade nur, dass der visuell beeindruckendste Shot des Films bereits vorab vom Marketing veröffentlicht wurde.

Die Musikwahl von Finding Emily zieht sich durch verschiedene Genre, reicht von Popkultur wie Blue Monday bis zu modernen Partyhits und unterstreicht den Vibe der jeweiligen Szenen treffend. Wie bei Girls Like Girls wurde bei der Musikwahl Fingerspitzengefühl bewiesen, wobei Hayley Kiyokos Film bei der Wahl der Songs minimal mehr überzeugen konnte.

Fazit

Finding Emily ist eine unerwarteter Überraschung, die auch Menschen zu begeistern vermag, die mit Romantikkomödien wenig bis gar nichts anfangen können. Der Humor, die Charaktere, das Aufarbeiten von toxischen Dynamiken und die brillante Kameraarbeit können mehr als nur überzeugen und sorgen dafür, dass der Film auch Tage später in Erinnerung bleibt. Wer Romantikkomödien liebt, oder mal den eigenen Horizont erweitern will, sollte definitiv eine Sichtung von Finding Emily wagen. Leider ist der Film bei Release in Groß Britannien finanziell bereits hinter den Erwartungen zurück geblieben.

Vorheriger The Fast and the Furious