Star Wars: The Clone Wars (2008)
Auch, wenn ich The Mandalorian & Grogu nur okay fand, habe ich dennoch eine erneute Star-Wars-Hochphase bekommen und mich mit Freunden dazu entschlossen, die Filme erneut zu sichten. Dazu gehört dann auch der Animationsfilm Star Wars: The Clone Wars aus dem Jahr 2008. Dieser ist der Pilot für die legendär beliebte gleichnamige Serie Star Wars: The Clone Wars, welche mit sieben Staffeln von 2008 bis 2020 lief und wie der Film von Dave Filoni inszeniert wurde.
Nach Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger haben die Klonkriege begonnen und die Galaxis ins Chaos gestürzt. Die Jedi-Ritter Anakin Skywalker (Matt Lanter) und Obi-Wan Kenobi (James Arnold Taylor) müssen mit ihren Klonkriegern Captain Rex, Commander Cody sowie deren Brüdern (Dee Bradley Baker) ohne Hoffnung auf Verstärkung den Planeten Christophsis verteidigen, als die Jedi-Generäle für eine geheime Spezialoperation plötzlich zurückbeordert werden und Anakin gegen seinen Willen die junge Padawan-Schülerin Ahsoka Tano (Ashley Eckstein) an seine Seite gestellt bekommt.
Der Fluch der Prequels
Die Handlung von Star Wars: The Clone Wars ist letztlich ein Handlungsstrang der gleichnamigen Serie in Spielfilmlänge, was einige Rezipienten nostalgisch an Samstagabende bei Super RTL erinnert. Da es sich um den Piloten handelt, werden die neuen Charaktere wie Ahsoka Tano, Captain Rex oder Asajj Ventress (Nika Futterman) vorgestellt. Es handelt sich dabei um Charaktere, die die Serie begleiten und mit dieser wachsen werden. Doch die Charaktere sowie die Handlung sind im Film selbst immer wieder nicht plausibel, hanebüchen und sorgen für Unverständnis.
Die Dialoge in Star Wars: The Clone Wars sind fast immer ein Garant für Fremdscham, sehr kindlich und nach der zweiten Episode ein weiterer Tiefpunkt. Stichwort sind hier Bezeichnungen wie Skyguy oder Snips, welche sich Anakin und Ahsoka verpassen, sich in der Serie aber nicht etablieren konnten.
Doch immerhin können sich Fans der deutschen Synchronfassung darüber freuen, dass die Sprecher dieselben wie in der Prequel-Trilogie sind. Doch diesen Vorteil, diesen kleinen Trost, können Fans deutscher Synchronfassungen auch in der Serie genießen. Im O-Ton bleiben nur Christopher Lee als Count Dooku und Samuel L. Jackson als Mace Windu erhalten. Ein exklusiver Vorteil des Films gegenüber der Serie.
Einmal zu viel
Star Wars: The Clone Wars ist sowohl als Film, als auch als Serie für die Musik von Kevin Kiner bekannt. Allein die Intro-Musik, das Theme der Klone und weitere seiner Kompositionen sorgen sofort für Gänsehaut sowie nostalgische Gefühle. Doch im Animationsfilm von Dave Filoni wird die Musik zu inflationär genutzt. Es gibt fast keine einzige ruhige Sekunde, die nicht von Musik untermalt wird, und diese ist zudem oft viel zu laut und übertönt die Dialoge.
Zudem setzt Star Wars: The Clone Wars gerade in Kämpfen zwischen Klonen und Kampfdroiden auf Songeinlagen, die zwar rockig, cool und jung wirken sollen, aber nicht zum Star-Wars-Franchise passen und dadurch uncanny wirken. Die Wahl der Songs selbst ist teils unverständlich und bleibt negativ in Erinnerung.
Eine Armee zum Scheitern verurteilt
Star Wars: The Clone Wars hatte ein Budget von circa 8 Millionen Dollar, was für einen Animationsfilm bereits im Jahr 2008 nicht viel war (WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf kam im selben Jahr heraus und hatte schon damals ein Budget von 180 Millionen Dollar). Und dennoch ist das geringe Budget keine Entschuldigung für die vielen hässlichen Momente des Films, da dieser wie die Serie geplant wurde und eine Episode dort ein Budget zwischen ein und zwei Millionen Dollar hatte.
Star Wars: The Clone Wars ist optisch schlecht gealtert und erinnert an das unsägliche Windows Live Game Republik Heroes. Zudem sind Hintergründe immer wieder trostlos leer, wodurch Planeten karg und armselig wirken. Charaktere und Objekte sind zumeist nicht zu Ende gerendert, Menschen bewegen sich plastisch-hölzern, die Gesichter wirken tot und lassen keinen Raum für emotionale Ausdrücke. Selbst die erste Staffel der Serie, welche im selben Jahr erschien, sah bis auf ein paar Ausreißer schon deutlich besser aus.
Besonders die Kämpfe leiden unter den schlechten Effekten und den uncanny Animationen. Gerade wenn zwei Lichtschwertträger aufeinandertreffen, wenn Machtfähigkeiten wie Blitze absorbiert werden oder die Klone im Nahkampf mit den Kampfdroiden sind, fühlt sich das Publikum unterwältigt, obwohl Star Wars: The Clone Wars das genaue Gegenteil erreichen will. Zudem kann sich der Film nicht entscheiden, ob er die Schlachten eher kindlich und damit selbst im Star-Wars-Universum unrealistisch darstellen oder anspruchsvoll inszenieren will. Dass kein konstanter Tenor gefunden wird, schadet dem Werk zutiefst.
Fazit
Der Film Star Wars: The Clone Wars ist mehr als nur schlecht gealtert und alles andere als eine Empfehlung, um in die Welt der Animationsfilme von Star Wars einzutauchen. Die Idee, einen Piloten für die Serie zu haben, der sogar im Kino gezeigt wurde, ist zwar nett und erinnert etwas an die Idee, den Mando-Film ins Kino zu bringen, doch es hätte diesen Film nicht wirklich gebraucht. Denn die Handlung ist hanebüchen, Ahsoka bleibt nach den sich zu lang anfühlenden 98 Minuten schlecht in Erinnerung, und die erste Folge der ersten Staffel ist ein deutlich besserer Einstieg.
Es ist faszinierend, dass der Film so schlecht sein kann und die Serie Star Wars: The Clone Wars dennoch so überzeugen konnte. Nicht nur das: Die Serie ist zurecht bei vielen Fans einer der Favoriten im Star-Wars-Universum, und Ahsoka wird einer der besten, facettenreichsten und interessantesten Charaktere, die das Franchise zu bieten hat. Doch so genial die Serie ist, selbst für Fans lohnt sich eine Sichtung des Films Star Wars: The Clone Wars nicht wirklich.