Terminator 2: Tag der Abrechnung

Terminator 2: Tag der Abrechnung

2. September 2026 Hel Film

James Camerons Terminator 2: Tag der Abrechnung zählt zu den Meilensteinen der Vita des kanadisch-neuseeländischen Regisseurs sowie in der Filmgeschichte und hat Hollywoods Actionkino kaum wie ein zweiter Film geprägt. Zum 35-jährigen Jubiläum wurde Terminator 2: Tag der Abrechnung erneut auf die Kinoleinwände gebracht, wobei die deutschen Fans hier mit der geschnittenen deutschen Kinofassung von 1991 leben müssen.

Zehn Jahre sind seit den Ereignissen des ersten Terminators vergangen, als Sarah Connor (Linda Hamilton) erneut mit der Gefahr aus der Zukunft konfrontiert wird. Ein neuer Terminator (Robert Patrick) ist auf die Erde zurückkehrt, der den jungen John Connor (Edward Furlong) eliminieren soll, bevor er eines Tages zum Anführer des menschlichen Widerstandes gegen die Terrorherrschaft der Maschinen aufsteigt. Sarah tut alles, um ihren Sohn zu schützen, und sie ist nicht allein: ein umprogrammierter Terminator der alten Generation (Arnold Schwarzenegger) mit dem Auftrag John um jeden Preis zu beschützen, steht ihr zur Seite.

Der Haken liegt im Heimkino

Auch nach 35 Jahren sieht Terminator 2: Tag der Abrechnung fantastisch aus. Das Filmkorn und der authentisch bläuliche Farbstich im Bild sind ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal und lassen nostalgisch werden. Zeitgleich sehen die Effekte fantastisch aus und können mit dem Mix aus praktischen sowie computergenerierten Effekten nicht nur mit modernen Hollywoodblockbustern mithalten, sondern übertreffen diese optisch zum Teil. Gerade auf der Kinoleinwand hinterlässt der Film einen bleibenden Eindruck.

Für das Heimkino kam vor ein paar Jahren eine 4K-Fassung von Terminator 2: Tag der Abrechnung heraus. Doch diese ist trotz Fanwunsch kein Grund zur Freude, da James Cameron beim 4K-Remaster von T2 sowie Aliens: Die Rückkehr und True Lies – Wahre Lügen auf ein deutlich sichtbares KI-Upscaling gesetzt hat. Wenn man bedenkt, dass James Cameron in Terminator und Terminator 2: Tag der Abrechnung vor einer mörderischen KI gewarnt hat, die die gesamte Menschheit ausrotten will, entgeht die Nutzung von KI nicht einer gewissen Ironie.

So muss Action sein

Terminator 2: Tag der Abrechnung profitiert von einer ruhigen Kamerafahrt von Adam Greenberg, die die Action perfekt einfängt und dafür sorgt, dass Verfolgungsjagden auf Motorrad, im LKW, zu Fuß oder gar mit Helikopter nicht nur nahbar wirken, sondern auch das Adrenalin der Rezipienten nach oben treiben. Und auch die für Actionfilme beeindruckend sparsam eingesetzten Schusswechsel gehen dank Bild und Ton direkt unter die Haut.

Terminator 2: Tag der Abrechnung zählt dank seiner herausragenden Action zurecht neben Filmen wie Mad Max: Fury Road, John Wick und Mission: Impossible – Fallout zum heiligen Gral von Hollywoods Actionkino, auch wenn Tom Cruises Maskenspektakel sich in mehreren Szenen sichtbar Inspiration von James Camerons Maschinenterror geholt hat. Doch von all den genannten Filmen ist Terminator 2: Tag der Abrechnung der, der Action und Story am Besten und Glaubhaftesten verbindet.

Deutschland stoppt den Terminator

Die Ausarbeitung und Inszenierung der Charaktere von Terminator 2: Tag der Abrechnung ist beeindruckend und hat im Actionkino bis heute Maßstäbe gesetzt. Wirklich jeder Charakter wirkt perfekt ausgefeilt, wodurch selbst Nebencharaktere wie Earl Boen als Dr. Silberman begeistern können. Besonders begeistern Robert Patrick als gnadenloser sowie schier unaufhaltsamer Killer, Edward Furlong als John Connor, der seine Rolle als zukünftiger Anführer des Widerstands akzeptieren muss und Linda Hamilton als Sarah Connor, die die Dinge selbst in die Hand nimmt, sich dabei ungern auf jemanden verlassen will und ähnlich wie Sigourney Weaver in Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt eine feministische Ikone geworden ist.

Das Highlight ist Arnold Schwarzenegger als Terminator, der jedoch menschlicher, nahbarer und eine bessere Vaterfigur ist, als es viele Menschen je sein können. Doch hier ist auch das Problem. Denn nebst der Tatsache, dass James Cameron laut einigen Fans durch seinen unachtsamen Umgang mit Kindern am Filmset eine minimale Teilschuld am tragischen Schicksal von Edward Furlong trägt, ist die deutsche Kinofassung, die aktuell in den Kinos gezeigt wird, eine bittere Enttäuschung. In dieser fehlen 16 Minuten, die wichtige Szenen und die menschliche Entwicklung von Schwarzeneggers Charakter beinhalten. Damit ändert sich der Tenor von Terminator 2: Tag der Abrechnung grundlegend.

Popkultur durch und durch

Abseits der deutschen Kinofassung und dem Diskussionspotential bezüglich Furlongs Schicksal sind die Einflüsse von Terminator 2: Tag der Abrechnung klar erkennbar. Musikalisch wird der Film wie schon Terminator von der grandiosen Musik von Brad Fiedel begleitet. Doch in T2 kann der Score mit seinen harten, metallischen Klängen nochmal mehr begeistern und bleibt in Erinnerung. Nicht nur das, der Score hat die Popkultur und besonders das Theme der Videospielreihe Battlefield geprägt. Die Einflüsse sind hier klar zu vernehmen.

Fazit

Terminator 2: Tag der Abrechnung bleibt auch trotz der deutschen geschnittenen Kinofassung ein Meisterwerk, auch wenn sich diese eher für Fans als für Neulinge eignet. Auf Leinwand, wie auch auf im Heimkino abseits der 4K-Fassung kann der Film mit seiner Bildgewalt, den satten Farben, dem Korn sowie dem herausragenden Score auf ganzer Linie überzeugen. Es bleibt einer der besten Actionfilme aller Zeiten, doch wer Terminator 2: Tag der Abrechnung noch nie gesehen hat, sollte aufgrund des Kontext auf die deutsche Kinofassung verzichten und den Directors Cut sichten.

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