The Beekeeper

The Beekeeper

5. Mai 2026 Hel Film

The Beekeeper ist ein Rache-Actionfilm mit Jason Statham in der Hauptrolle und wurde von dem Regisseur David Ayer inszeniert, welcher durch Filme wie Herz aus Stahl, Training Day, aber auch zuletzt A Working Man bekannt ist. Der Film über den Bienenzüchter, welcher aber zugleich in einem geheimen Regierungsprogramm war, soll in direkter Konkurrenz zu Actiongiganten wie John Wick stehen, weshalb gezielt auf blutige Szenen, etliche Kills und eine FSK-18-Freigabe hingearbeitet wurde.

Doch ob der schweigsame Jason Statham mit Josh Hutcherson als Antagonisten gegen Keanu Reeves als ehemaligen Auftragskiller mithalten kann, bleibt fragwürdig, was nicht einmal an den britischen Schauspieler, sondern an der Vita des Regisseurs liegt. Training Day war ein Glücksgriff, während Filme wie Herz aus Stahl oder Bright wenn eher als Guilty Pleasure durchgehen und David Ayer zudem Maga-nahe Tendenzen aufweist.

Ein Hoch auf deutsche Synchro

Gerade in dem Synchronverwöhnten Land Deutschland wird oft diskutiert, ob Filme in der Originalversion oder Synchronfassung genossen werden sollten. Die Argumente beider Seiten sind von hörbaren Emotionen, veränderten Kontext bis zu Synchron als eigene Kunstform plausibel und nachvollziehbar. Gerade der veränderte Kontext trifft auf The Beekeeper zu, was jedoch ein positives Argument für die deutsche Synchronfassung ist.

Während sich die englischsprachige Originalversion von The Beekeeper bitterernst nimmt und staubtrocken ist, ist die deutsche Synchronfassung von Björn Schalla locker, humorvoll und stellt die Antagonisten amüsant kritisch, aber auch treffend dar. Die deutsche Fassung schafft einen Film, der dank Selbstironie deutlich eher genossen werden kann, auch wenn Charaktere wie der Söldner Pettis (Michael Epp) unpassend klingen, obwohl sich der Darsteller selbst synchronisiert.

Filmszene aus dem Actionfilm „The Beekeeper“ mit dem Schauspieler Josh Hutcherson als Derek Danforth. Er steht in einer Halbnahaufnahme im Profil und blickt mit einem finsteren, berechnenden Gesichtsausdruck nach links unten über seine Schulter. Er hat lockiges, hellbraunes Haar und trägt einen auffälligen, hellgrünen Anzug über einem gemusterten, hellen Hemd. Über seine rechte Schulter hat er lässig den hölzernen Schaft einer Schusswaffe gelegt. Der Hintergrund zeigt das prunkvolle, klassische Arbeitszimmer einer Villa mit verzierten Holzwänden, Stuckdecken und eingebauten Bücherregalen voller roter Buchrücken.
© 2024 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc. / Leonine Studios

Hang zur Überdramatik

Obwohl sich der O-Ton von The Beekeeper bitterernst gibt, passt das Schauspiel der Darstellenden mit seinen Overacting-Elementen sowie die Welt des Films deutlich besser zur deutschen Synchronfassung. Josh Hutcherson und David Witts verkörpern die überdrehten NFT-Cryptobros perfekt und wirken wie eine treffende Karikatur der Twitter-Incels, welche sich als Könige der Welt betrachten.

Währenddessen überzeugt Jason Statham mit seiner gewohnt soliden Performance, sticht aber nicht plötzlich heraus. Er überzeugt, macht Spaß, bringt ein paar coole Sprüche und schaut grimmig herein. Es ist genau das, was das Publikum von Jason Statham erwartet. Keine Oscarleistung, aber solides Actionhandwerk.

Filmszene aus dem Actionfilm „The Beekeeper“ mit dem Hauptdarsteller Jason Statham als Adam Clay. Er steht als glatzköpfiger, bärtiger Mann im Zentrum des Bildes in einer Ganzkörperaufnahme vor einem großen Holzregal in einer ländlichen Scheune. Er trägt einen hellgrauen, gesteppten Imker-Schutzanzug und blickt mit ernstem, entschlossenem Gesichtsausdruck direkt nach vorne. Das Regal hinter ihm ist dicht bestückt mit zahlreichen Einmachgläsern, die mit goldgelbem und bernsteinfarbenem Honig gefüllt sind. Im rustikalen Hintergrund sind Eimer, ein großer Kochtopf sowie die Silhouette eines Traktors zu erkennen.
© 2024 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc. / Leonine Studios

Keine Waffen

Als The Beekeeper herauskam, hatte der Film im Actiongenre mit Filmen wie John Wick: Kapitel 4 oder Mission: Impossible – Dead Reckoning sehr starke in den Kinos. David Ayer war sich scheinbar bewusst, dass sein Film mit den Choreografien der genannten Konkurrenz schwer mithalten kann, hat aber dennoch versucht, unnötige Schnitte zu vermeiden. Auch, wenn Jason Statham nicht mehr an seine Leistung aus The Transporter oder Crank herankommt, darf der Brite immer noch zeigen, was er kann und Rezipienten können jederzeit klar erkennen, was passiert.

Filmszene aus dem Actionfilm „The Beekeeper“. Der Hauptdarsteller Jason Statham läuft im rechten Bildvordergrund eine nasse, asphaltierte Straße entlang, die über eine Brücke führt. Er trägt eine braune Arbeitsjacke, passende braune Hosen, eine dunkelblaue Basecap und eine Sonnenbrille, während er eine dunkle Umhängetasche über der Schulter trägt. Im linken Vordergrund verdeckt ein massives, rostiges Eisentor einen Teil der Sicht. Im Hintergrund ragt der monumentale, betonierte Pfeiler einer großen Hubbrücke in den bewölkten, hellen Himmel.
© 2024 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc. / Leonine Studios

Alt-Right?

Die Story von The Beekeeper ist mit ihren Logiklöchern und offen gelassenen Fragen so hohl wie ein Schweizer Käse. Der Film will intelligent klingen, hat aber keine Antworten auf seine pseudophilosophischen Fragen, wodurch es zu fremdschämenden Lachern kommt. Gleichzeitig kann bei der häufigen Erwähnung von Bienen und dem Vergleich der Gesellschaft mit einem Bienenstock ein Trinkspiel gestartet werden. So gut wie jeder zweite Satz von Jason Statham beinhaltet Bienen, was zwar ein amüsantes Erlebnis, jedoch keine tiefe Charaktereigenschaft bietet.

Doch so spaßig The Beekeeper ist, muss bedacht werden, dass David Ayer mit der Story das Narrativ der Verschwörungstheorien von Alt-Right und Q-Anon übernimmt und demokratische Präsidenten kritisiert. Der Staat hat selbstredend überall seine Finge im Spiel, kontrolliert alles und schaut gezielt weg. Institute wie das FBI werden als liberale Schergen mit Schadenfreude inszeniert. Doch wenn auf die aktuelle Lage der USA geschaut wird, finden sich viele der kritisierten Dinge dank Trump – Ayers Held der USA – in der Realität wieder. Wenn das Thema nicht so ernst wär, wär die Tatsache bitter ironisch.

Eine spannungsgeladene Filmszene aus „The Beekeeper“ in einer Halbnahaufnahme. Auf der linken Seite steht der glatzköpfige, bärtige Hauptdarsteller Jason Statham in einem grauen Anzug im Profil und blickt grimmig auf sein Gegenüber. Rechts von ihm steht der ältere Schauspieler Jeremy Irons in einem eleganten, dunkelblauen Anzug mit Krawatte und Brille. Er hat seine linke Hand beschwichtigend mit erhobener Handfläche zwischen sich und Jason Statham ausgestreckt, während er ihn mit ernstem Blick fixiert. Die Szene spielt in einem gedimmten, eleganten Innenraum vor einer hellen Wand mit einem Rundbogen im Hintergrund.
© 2024 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc. / Leonine Studios

Fazit

The Beekeeper versucht zwar, Narrative rechter Verschwörungstheorien zu bedienen, setzt diese jedoch plump sowie offensichtlich um und ist dank der aktuellen Politik schlecht gealtert, wodurch das Publikum sich der Verschwörungsnarrative schnell bewusst wird und diese ausblenden kann. Denn trotz dieser Narrative und der Tatsache, dass Jason Stathams Bienenprügler nicht an Konkurrenz der letzten Jahre heranreicht, bietet der Film in der deutschen Synchronfassung genug Spaß, um von einem stressigen Tag herunterzukommen und hebt sich damit deutlich von David Ayers letzten Film A Working Man ab.

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