Die drei Tage des Condor

Die drei Tage des Condor

6. Mai 2026 Hel Film

Die drei Tage des Condor ist ein Politthriller sowie Film-Noir vom US-Amerikanischen Regisseur Sydney Pollack und wurde im Jahr 1975 veröffentlicht. Robert Redford verkörpert den jungen Joseph Turner, welcher für die CIA in einer Dienststelle in New York arbeitet und Bücher analysiert. Nach einer Mittagspause findet Turner all seine Kollegen erschossen vor. Der Attentäter G. Joubert (Max von Sydow) macht weiterhin Jagd auf den Agenten, welcher sich nicht auf seinen Vorgesetzten Higgins (Cliff Robertson) verlassen kann und deshalb gegen ihren Willen bei Kathy Hale (Faye Dunaway) unterkommt.

Aus alt macht neu?

Die drei Tage des Condor wurde im Rahmen der Best-of-Cinema-Reihe von Kabel Eins und Unterstützung von Filmstarts am 5. Mai 2026 erneut in den deutschen Kinos aufgeführt. Doch gerade in modernen Kinos, die sich mit modernen Soundsystemen schmücken, war das Alter des Films gerade in der deutschen Synchronfassung herauszuhören. Das ist für das Publikum trotz des Alters des Films enttäuschend, da bereits Filme wie Gesprengte Ketten in der Best-of-Cinema-Reihe liefen und von deutlich besseren Sound profitierten.

Mission: Impossible Condor

Spätestens seit der Mission: Impossible Reihe mit Tom Cruise sind Spionagethriller, in denen Agenten ihre Unschuld beweisen müssen, keine Seltenheit mehr. Doch die drei Tage des Condor gehört dank der Aktualität des Kalten Krieges zu den Erstlingen des Genre, wie wir es heute kennen, verzichtet auf haufenweise Action und setzt viel mehr auf Film Noir Aspekte, in denen die Zuschauenden mitraten können, wer jetzt hinter der Verschwörung steckt und was die Beweggründe sind.

Die Einflüsse von die drei Tage des Condor auf Spionage- sowie Politthriller und Film-Noir nach seinem Erscheinen sind definitiv zu spüren, selbst wenn die Erzählweise mittlerweile als langsam gelten dürfte. Filmhistorisch ist dies allemal interessant und trotz zeitlich verschuldeter qualitativer Mängel ein Grund für eine Wiederaufführung und eine (Erst)Sichtung.  

Zwei Giganten

In der deutschen Synchronfassung geht zwar ein erheblicher Teil der emotionalen Aussprache der Charaktere verloren, aber dennoch ist gerade bei Robert Redford und Max von Sydow eine mächtige Ausstrahlung sowie freundschaftlich-feindliche Dynamik zu spüren, welche die drei Tage des Condor erheblich trägt und lange in Erinnerung bleibt. Die Darsteller verkörpern die Art Antagonisten, welche in einem anderen Leben gute Freunde gewesen wären.

Doch unter der starken Dynamik leiden die anderen Darstellenden, insbesondere Robert Redfords Kollegen wie Tina Chen oder Michael Kane. Zwar sterben die Personen relativ früh, dennoch hätte die drei Tage des Condor diesen mehr Inhalt geben und sei es nur als Motivator für Trauer und Rachegelüste von Robert Redfords Charakter. So dient ausschließlich der eigene Überlebenswille als Antrieb für den verfolgten CIA-Analysten.

Eine Liebesgeschichte, die nicht so genannt werden sollte

Doch so sehr die drei Tage des Condor als Film Noir sowie dem Schauspiel überzeugen kann und Filme seiner Genre geprägt hat, hat der Film mit der „Romanze“ zwischen Robert Redford und Faye Dunaway einen nicht nur überflüssigen, sondern auch unangenehmen Handlungsstrang, der einen starken Beigeschmack hinterlässt. Nicht nur, dass Robert Redfords Charakter sie entführt und fesselt, die Darstellenden nähern sich auf eine Weise, die selbst unter Beachtung des Stockholm-Syndrom mehr als nur hanebüchen erscheint.

Diese Art einer vermeintlichen Romanze kann nicht mal auf die Zeit des Films geschoben werden, denn selbst in den 70er-Jahren sollte es selbsterklärend gewesen sein, dass Frauen nicht einfach zu entführen sind und aus der Entführung nicht einfach eine romantische Beziehung entsteht. Zumal diese Liebesbekundungen letztlich Erpressung sind, da Robert Redford die Partei mit der Waffe und damit mit der Macht ist. Wer hier von freiwilligen romantischen Entwicklungen spricht, sollte noch einmal deutlich über diese Szene nachdenken.

Fazit

Die drei Tage des Condor ist an sich ein solider Spionage- und Politthriller, der von sich zu überzeugen weiß, einen fantastischen Robert Redford präsentiert und in seinem Genre zurecht als Klassiker dient. Jedoch ist die Romanze nicht nur komplett unnötig und zieht den Film in die Länge, sie ist äußerst unrealistisch und unangenehm patriarchal inszeniert. Doch wer solche Szenen für sich einordnen kann, Filme dann dennoch genießen kann und Fan von Film Noir ist, sollte bei die drei Tage des Condor dennoch einen Blick wagen.

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