Mortal Kombat (2021)

Mortal Kombat (2021)

1. Juni 2026 Hel Film

Mortal Kombat ist ein Actionfilm vom Regisseur Simon McQuoid, basiert auf der gleichnamigen Videospielreihe und erschien im Jahr 2021 während der Pandemie in den Kinos. Der Film hat jedoch nichts mit dem Film Mortal Kombat (1995) von Paul W.S. Anderson gemein und versteht sich eher als eine Neuinterpretation des Franchise, in der mehr Fokus auf den Charakteren liegen soll und der Protagonist Cole Young (Lewis Tan) dabei den lernenden Spielertypen verkörpert. Doch wie tiefgründig kann eine Story sein, welche auf einem Kampfspiel beruht?

Stark angefangen, aber…

Der Prolog von Mortal Kombat beginnt vielversprechend, was nicht zuletzt daran liegt, dass Hiroyuki Sanada als der erfahrene Krieger und Samurai Hanzo Hasashi eingeführt wird, welcher seine Familie auf seinem Anwesen vor Bi-Han (Joe Taslim) und dessen gesichtslosen Schergen verteidigen muss. Das Szenario nimmt sich dabei ernst, ist glaubhaft inszeniert und bietet qualitativ ansehnliche Kämpfe, von denen sich das Publikum schnell mehr erhofft. Doch Mortal Kombat schießt sich damit die eigene Messlatte in eine Höhe, welche so nicht mehr erreicht wird.

Denn die Begeisterung der ersten 10 Minuten flacht schnell ab, sobald der Handlungsstrang rund um Cole, dessen Familie, sowie Sonya Blade (Jessica McNamee) und Jax (Mehcad Brooks) eröffnet wird. Ab hier versteht sich Mortal Kombat ausschließlich als Trash sowie Guilty Pleasure mit cheesy Dialogen, Comic Relief Charakteren wie Kano (Josh Lawson) und eine Handlung, welche mit dem namensgebenden Mortal Kombat nicht viel gemein hat. Wir wohnen einer Vorbereitung bei, weshalb sich der Film an vielen Ecken wie ein Füller anfühlt.

Es wäre so einfach

Selbst die Kämpfe von Mortal Kombat lassen schnell nach und können nicht mehr so überzeugen, wie es sich erhofft wird. Hier bräuchte es mehr Choreografie und eine deutlich bessere Kameraführung, welche sich traut, Teil des Geschehens und nicht nur stiller Zuschauer sein zu wollen. Wenn ein Kampfspiel verfilmt wird, ist offensichtlich, dass sich die Handlung nicht zu ernst nehmen kann. Umso wichtiger ist es, dass der Kreativität freien Lauf gelassen wird. Die Action muss ein einzigartiges Alleinstellungsmerkmal sein. Oneliner mit Referenz auf das Videospiel reichen da nicht aus.

Und selbst die visuellen Effekte lassen die Zuschauenden eher zwiegespalten zurück. Klar gibt es Momente, die ansehnlich aussehen, imposante Gebäude bieten, oder an die Splatter-Elemente der Videospielvorlage erinnern, aber dass das Blut in Mortal Kombat fast ausschließlich digital ist, ist dann doch etwas schade. Und auch das Setdesign ist fragwürdig aufgeteilt. Während vereinzelte Sets auf der Erde detailverliebt sind, ist die Außenwelt einfach eine tote Steinwüste, welche nicht böse, sondern einfach nur trist wirkt.

Blass, blasser, Mortal Kombat Charaktere

Die Charaktere selbst sind inhaltlich so simpel gehalten, dass ihre Eigenschaften problemlos auf einen Bierdeckel passen. Hintergrundgeschichten sind blass sowie belanglos und Charakterentwicklungen selbst wenn nur oberflächlich, aber eigentlich nicht wirklich vorhanden. Zudem sind die Entscheidungen, das treudoofe gehorchen und die Naivität selbst für einen trashigen Kampffilm wie Mortal Kombat zu uncanny.

Zudem wird das Publikum am laufenden Bande mit Onelinern zugeballert, welche alle lustig sein wollen. Gerade für Kano ist es scheinbar unmöglich, auch mal für eine Minute den Rand zu halten. Alles muss kommentiert werden, immer fällt ein vermeintlich frecher Spruch und die Sympathie ist selbstredend nicht vorhanden. Dass dabei die wenigsten Sprüche ihren Zweck erfüllen, ist Mortal Kombat dabei vollkommen egal. Dem Film geht es bei den Dialogen wie bei Effekten oder Kämpfen eher nach Masse statt Klasse.

Fazit

Mortal Kombat bietet zwar Referenzen zur Videospielvorlage, unterscheidet sich von dieser letztlich jedoch zu krass und versteht sich ausschließlich als Guilty Pleasure, welches zudem unkreativ und in vielen Momenten optisch nicht ansprechend ist. Doch wer einen Softspot für diese Art Filme hat, wird trotz all der offensichtlichen Schwächen Spaß mit Mortal Kombat haben. Gerade, wenn bedacht wird, dass Karl Urban in Mortal Kombat II den Hollywoodstar Johnny Cage verkörpert.

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