The Furious

29. Juni 2026 Hel Film

Fans von Actionfilmen kommen in den letzten Jahren mehr als nur auf ihre Kosten. Jason Statham hat mit Shelter und hoffentlich auch dem kommenden Mutiny wieder zu sich gefunden, das John Wick-Franchise bekam mit John Wick: Kapitel 4 ein knallendes Finale, George Miller konnte mit Furiosa: A Mad Max Saga Fans des legendären Mad Max: Fury Road unterhalten, Gareth Evans The Raid bekam eine 4K-Restaurierung und der Hongkong-Film City of Darkness war auch ein Actionbrett sowie eine schrille, willkommene Abwechslung zu Hollywoods Action.

Diese Abwechslung will auch der Regisseur Kenji Tanigaki mit seinem Film The Furious bieten, welcher bereits 2025 auf dem Toronto International Film Festival gezeigt wurde und dank vieler positiven Stimmen sowie Begeisterung Actionfans weltweit sehnsüchtig auf den Filmstart 2026 warten ließ. Immer wieder wurde The Furious sowohl von der Werbekampagne, als auch von begeisterten Fans mit dem legendären The Raid verglichen. Das ist eine Ansage und es stellt sich die Frage, ob The Furious das Versprechen der gleichen Qualität halten kann.

In The Furious versucht sich der stumme Wang Wei (Miao Xie) als Handwerker mit Schwarzarbeit sowie Gelegenheitsjobs durchzuschlagen und gleichzeitig seiner Tochter Rainy (Enyou Yang) ein schönes Leben zu ermöglichen. Doch alles ändert sich, als diese von Menschenhändlern entführt wird: In Wang Wei erwacht eine verdeckte ehemals kampfsüchtige Seite und um seine Tochter zurück zu bekommen, würde der Handwerker sogar über Leichen gehen. Gemeinsam mit dem Journalisten Navin (Joe Taslim) deckt Wang Wei dabei die erschreckende Größe des Verbrecherrings auf.

Der wahre Mortal Kombat

Joe Taslim ist zuletzt in Mortal Kombat II aufgefallen, in dem er wie schon in Mortal Kombat (2021) den bekannten Charakter Sub Zero bzw. Bi-Han verkörperte. Diese Rolle war aber eher ein nettes Gimmick und er konnte maximal in den Kämpfen mit Hiroyuki Sanada überzeugen. Doch in The Furious kann der indonesische Schauspieler als zweiter Hauptdarsteller neben Miao Xie voll überzeugen . Die beiden Darsteller machen den Film mit ihrer Action, aber auch der Chemie, der Bindung, Sympathie sowie der kreativen Kommunikation zum wahren Mortal Kombat.

Das schauspielerische Highlight abseits der Action ist jedoch Enyou Yang als Wang Weis Tochter Rainy. Sie ist nicht nur Motivator der Handlung, sondern sorgt auch für echte Dynamik zwischen den entführten Kindern und den Entführern sowie für eine Charakterentwicklung bei Miao Xie und mindestens einem weiteren Charakter. Die restlichen Darstellenden von The Furious performen grundsolide, aber ihre Charaktere, insbesondere Ho (Brian Lee), Tak (Yayan Ruhian), Paklung (Joey Iwanaga) und Mr. Song (Sahajak Boonthanakit) sind typisch für südostasiatische Filme überzeichnet, aber leider auch etwas flach. Gerade die Antagonisten sind Böse, weil sie böse sein wollen ohne große Motivation dahinter.

Geil, aber…

So gut oder auch nur durchschnittlich das Schauspiel von The Furious auch sein mag, das wahre Highlight und der USP des Films ist die Action. Diese ist kreativ gemacht, hypnotisiert mit ihren fast aufeinander fliegenden Kämpfen mit ihren rasanten Schlägen und bietet Momente, in denen es beim Publikum zu geschockten Lachern kommt. Besonders können hier die Kämpfe der beiden Protagonisten mit Yayan Ruhian und Brian Le überzeugen. Wichtig ist auch, dass The Furious auf eine Balance zwischen Action und Story setzt, wodurch der Film wie Mad Max: Fury Road für angenehme Verschnaufpausen sorgt, welche die Action noch einmal mehr hervorheben.

So geil, wie die Action von The Furious auch ist, gegen Ende wird es einen Ticken zu viel. Und auch, wenn der Film im finalen Kampf mit dem Erscheinen weiterer Kämpfer Abwechslung hereinbringen will, wirkt es dennoch minimal zu repetitiv und vor allem gerade bei den Szenen von Joey Iwanaga zu dramatisch sowie zu übertrieben brutal. Es ist das kleine Bisschen zu viel, weshalb sich die Lauflänge von 113 Minuten knapp zu viel anfühlt. Alleine fünf Minuten weniger hätten hier schon viel geholfen.

Fazit

Auch, wenn The Furious großartig ist, wird der Vergleich mit The Raid nicht ganz gerecht. Um auf einer Stufe mit dem 2011er Film von Gareth Evans zu sein, fehlt dem Hongkonger Actionfilm noch ein wenig Finesse, wobei es sich um Meckern auf allerhöchsten Niveau handelt. Denn The Furious ist eine zweistündige Actionwucht, welche kreativ ist und mit herausragenden Kämpfen überzeugt, die jederzeit wuchtig sind. Gerade im Vergleich zu Hollywoods Action ist The Furious eine herzliche Abwechslung, die mit einem Budget von 20 Millionen Dollar zeigt, dass hochwertig produzierte Action nicht teuer sein muss. The Furious ist eine klare Empfehlung für alle Fans des Genre.

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