The Fast and the Furious

The Fast and the Furious

4. September 2026 Hel Film

Ich muss zugeben, dass das Fast & Furious Franchise bis auf Ausnahmen wie Fast & Furious: Hobbs & Shaw oder Fast X, den ich als trashiges Erlebnis mit Freunden sah, komplett an mir vorbei gegangen ist. Doch da The Fast and the Furious, also der erste Teil des Franchise, 25 Jahre alt geworden ist und im Kino im Rahmen der Best-of-Cinema-Reihe lief, habe ich mir einen Ruck und dem Film eine Chance gegeben. Zudem wollte ich einfach sehen, wo die mittlerweile CGI-verseuchte Actionreihe ihren Ursprung hat.

Los  Angeles wird von Überfällen auf LKWs geplagt und die Behörden vermuten eine Gang an Autotunern sowie illegalen Rasern hinter der Aktion. Um an mehr Informationen zu kommen, wird Brian O’Conner (Paul Walker) in diese Szene eingeschleust und soll sich speziell das Vertrauen Gruppe um Dominic Toretto (Vin Diesel) erarbeiten. Während Doms Schwester Mia (Jordana Brewster) und seine Freundin Letty (Michelle Rodriguez) Brian herzlich empfangen, sind Vince (Matt Schulze) und Jesse (Chad Lindberg) skeptisch misstrauisch. Brian muss sich immer mehr beweisen und mit der Zeit auch fragen, wem seine Loyalität mehr gilt.

Die Erotik von Autos

The Fast and the Furious schafft es, die getunten Autos faszinierend sowie fesselnd zu inszenieren. Gerade der Sound des Films holt alles aus den Wagen raus, was nur möglich ist. Das Knarren und Heulen der Motoren, die quietschenden Reifen, das feurige Fauchen der Auspuffrohre, das Einspritzen vom Nitro und weitere Sounds sind wuchtig, gehen nicht nur unter die Haut, sondern sorgen bei den Rezipienten für echtes Adrenalin und dass diese sich mitten im Geschehen von The Fast and the Furious fühlen.

Dieses Feeling wird treffend von der Kameraarbeit von Ericson Core untermauert. Die Kamera fängt die Autos bildschön und inszeniert diese fast schon erotisch. Aber auch abseits davon können die Bilder von The Fast and the Furious überzeugen: Der Film bietet ein paar wunderschöne Zooms, die zum Vibe passen und einige Kameraübergänge sind für das Franchise, wie es heute existiert, überraschend kreativ. Zwar kein kreatives Level von Park Chan-wook, aber für einen Actionstreifen allemal kreativ.

Verdienter Kultstatus

Der Vibe von The Fast and the Furious steht für sich selbst und sorgt dafür, dass der Film den Kultstatus genießt, den er heute hat. Angefangen vom warmen orangefarbigen Farbfilter bis zu dem authentischen analogen Look bis zu den Kleidungsstilen, die nicht nur cool aussehen, sondern sich heutzutage in Teilen in der queeren Szene wiederfinden können, was faszinierend ist, da The Fast and the Furious selbst abseits seiner toxischen Maskulinität einen leichten homoerotischen Unterton aufweist. Untermalt wird das alles von einer stimmigen Musikauswahl, die für echte Kopfnickermomente sorgt.

Zudem ist es schön zu sehen, dass mit The Fast and the Furious ein F&F-Film existiert, der nicht überladen verseucht von computergenerierten Effekten ist. Zwar gibt es hier auch CGI-Effekte, aber diese werden deutlich bedachter und sparsamer als in den letzten Filmen des Franchise eingesetzt. Gerade Fast X war ein optischer Tiefpunkt. The Fast and the Furious kann hingegen oft mit praktischen Effekten überzeugen, die die verchromten, glänzenden Autos perfekt in Szene setzten.

Das gewisse aber…

Die Story von The Fast and the Furious ist für einen Actionkrimi mit Thrillerelementen eigentlich nichts Besonderes, wird aber von der Autoszene und dem cheesy charmanten Schauspiel der Darstellenden aufgewertet. Selbst ein Vin Diesel als Dominic Toretto kann überzeugen und präsentiert nicht ausschließlich seine monotone, emotionslose Grimasse. Die Inszenierung der Charaktere passt zum restlichen Vibe des Films und sorgt erheblich mit dafür, dass sich The Fast and the Furious so greifbar nah anfühlt.

Jedoch hat The Fast and the Furious mit dem Anbiedern eine Schwäche, die einen leichten faden Beigeschmack hinterlässt. Hier wird gefühlt kaum ein sexistisches Klischee ausgelassen. Sobald eine Frau im Bild ist, muss diese so erotisch wie möglich dargestellt werden und nebst der erwartbaren Sprüche fühlen sich die Frauen abseits von Letty (Michelle Rodriguez) ausschließlich wie eine Trophäe oder ein Objekt der Begierde an. Das Tragische dabei ist, dass The Fast and the Furious auch ohne den Male Gaze funktionieren würde. Immerhin stehen die Autos und ihre Schönheit bereits für sich.

Fazit

The Fast and the Furious genießt völlig zurecht den Kultstatus, den der Film hat. Auch, wenn der Fokus auf Male Gaze ein wenig nervt, stehen die Autos, die cheesy unterhaltsame Story, die Musik und die geilen Kamerabilder für sich. Der Film bietet mit ein paar der mitreißendsten Autorennszenen, die Hollywood zu bieten hat. Dennoch ist es rückwirkend betrachtet nur schade, was aus dem F&F-Franchise mit der Zeit geworden ist. Denn von den Drag-Races, Autoshows oder dem Familienfeeling des ersten Teils fehlt mittlerweile jede Spur.

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