Spa Weekend

Spa Weekend

21. September 2026 Hel Film

Spa Weekend ist eine US-Amerikanische Komödie von Jon Lucas und Scott Moore, die für die Hangover-Filme sowie die Bad-Moms-Reihe bekannt sind. In den Hauptrollen präsentiert der Film Leslie Mann, Isla Fisher, Michelle Buteau sowie Anna Faris. Der Film hat eine Lauflänge von 97 Minuten, ist ab 12 Jahren freigegeben und wird am 24. September 2026 in den deutschen Kinos starten.

Die Freundinnen Jane (Leslie Mann), Coco (Michelle Buteau) und Sophie (Anna Faris) haben sich mit der Zeit, den Arbeitsstress und eigenen Kindern mit der Zeit immer mehr auseinander gelebt. Die Rettung soll ein Wellness-Spa-Wochenende an der Westküste der USA sein. Doch als die entfremdete Freundin Mel (Isla Fisher) auftaucht, wird das Wochenende chaotisch und droht von Minute zu Minute mehr zu entgleisen.

Das tut weh

Spa Weekend versucht auf Krampf und um jeden Preis, eine weibliche Version von Hangover zu sein, erreicht aber ausschließlich die Tiefen der Trilogie. Das Geschehen ist schrill und wirkt wie ein wildes, überdrehtes Sammelbecken jeglicher Klischees weiblicher, liberalen US-Amerikanerinnen in ihrer Midlife-Crisis. Dabei ist Spa Weekend aber aufgrund einer FSK-12 Freigabe zu zahnlos und ermüdet vielmehr mit seinem seichten, oberflächigen Humor.

Zudem wirkt es so, als ob Spa Weekend auf Krampf so viele Zielgruppen wie möglich ansprechen will, aber letztlich damit alle vergrault. Explizite Momente werden vermieden, die Partymomente, in denen 50-Jährige wie Teenager feiern, wirken uncanny und zu keiner Zeit glaubhaft. Generell ist es fraglich, ob Erwachsene in ihrer Midlifecrisis mit ihren überspitzten erwachsenen Problemen eine junge Zielgruppe überhaupt ansprechen können. Vielmehr hätte Spa Weekend auf diese Zielgruppe verzichten und mit einer FSK-16 Freigabe mutiger sein können.

Ein 97-minütiges Instagramvideo

Spa Weekend ist optisch zu aalglatt und wirkt auf das Publikum mehr wie ein Instagram-Werbeshot für das nächste Nahrungsergänzungsmittel anstatt einen Film, der für die Kinos geschaffen wurde. Die visuelle Seelenlosigkeit zeigt sich durch das Vermeiden von satten Farben, interessanten Kontrasten oder tiefen Tönen. Stattdessen bietet der Film einen monotonen Brei aus weißen, cremigen und weiteren hellen Farben, die die Tristesse und das makellose Colgate-Lächeln der Upper Class zum Ausdruck bringen sollen.

Zudem bietet Spa Weekend keine Pause, keinen ruhigen Moment. Jederzeit werden die Rezipienten von einer seichten, nervtötenden Musik beschallt, die an Verhörmethoden aus CIA-Thrillern erinnert. Zeitgleich versucht die Kamera von Danny Ruhlmann immer im Geschehen zu sein, scheitert daran aber und sorgt nur dafür, dass sich jeder Moment unnötig hektisch und noch überdrehter als eh schon anfühlt. Es entsteht eine unangenehme Emotion beim Sehen, die erst mit Verlassen des Saals verblasst.

Eine Tortur

Durch die Bilder und das Schauspiel, das jederzeit auf overactende, schrille Momente setzt, ist das Seherlebnis von Spa Weekend äußerst anstrengend. Nebst den Klischees und der Tatsache, dass sich die Freundinnen eigentlich nicht leiden können, sind die Charaktere inhaltslose leere Abziehbilder ohne nennenswerte Persönlichkeit oder Charaktereigenschaft. Sie dienen ausschließlich dem Geschehen und sollen aufzeigen, dass das System trotz Überarbeitung, Burnout und Zwängen doch eigentlich ziemlich geil ist.

Doch das größte Problem von Spa Weekend ist die Tatsache, dass der Film nicht wie Finding Emily toxisch sexistische Stereotype aufarbeitet oder wie Girls Like Girls echte zwischenmenschliche Konfliktmomente bietet, sondern den gesellschaftlichen Sexismus einfach umdreht. Der Film stellt es als erstrebenswert dar, wenn Mittfünfziger Frauen jungen „sexy“ Männern ungefragt und gegen den Willen der Männer auf den Hintern hauen und Probleme gewaltvoll mit aggressiven Methoden gelöst werden. Solche Situationen müssen, egal bei welchem Geschlecht, kritisiert werden.

Fazit

Spa Weekend ist eine anstrengende Tortur, die an die schlechtesten Momente, der veralteten Hangover-Filme erinnert und den Sexismus dieser Filme billig spiegelt. Der Film will das Narrativ schaffen, dass Sexismus und übergriffig aggressive Situationen okay seien, wenn alle Geschlechter sie nutzen. Es ist nicht verwunderlich, dass Jon Lucas und Scott Moore bei ihrer Vita genau dieses Bild malen wollen, aber genau solche Filme reproduzieren ein schädlich, toxisches Weltbild und untergraben die lobenswerte Versuche von Filmen wie Finding Emily, toxische Dynamiken im eigenen Genre aufzuarbeiten.

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