Terminator: Die Erlösung

Terminator: Die Erlösung

18. September 2026 Hel Film

Terminator: Die Erlösung ist von Regisseur McG, der vierte Teil des Terminator-Franchise und der erste Teil der Reihe, der nach den Ereignissen des Tags des Jüngsten Gerichts spielt. Gleichzeitig ist es der erste Film der Reihe, an dem weder Gale Anne Hurd noch James Cameron beteiligt waren. Zudem ist es der erste und bisher auch letzte Terminator-Film, bei dem Arnold Schwarzenegger nicht mitgewirkt hat, was daran liegt, dass der Österreicher zu der Zeit Gouverneur von Kalifornien war. Es gibt zwar ein kleines digitale Easteregg, das Schwarzenegger für einen kurzen Moment erscheinen lässt, das ist aber nicht mit einem Cameo oder dergleichen zu vergleichen.

Es ist das Jahr 2018. Ein Großteil der Menschen sind durch Skynets Atomkrieg gegen die Menschen gestorben. Der Rest kämpft im Widerstand unter der Führung von General Ashdown (Michael Ironside) und General Losenko (Ivan G’Vera), während viele aber John Connor (Christian Bale) als ihren wahren Anführer betrachten. Dasselbe Gefühl hat auch Marcus (Sam Worthington), der plötzlich in den Ruinen der Apokalypse aufwacht und mithilfe von Kyle Reese (Anton Yelchin) den Widerstand finden will. Doch Marcus muss nach Aufeinandertreffen mit der Soldatin Blair (Moon Bloodgood) feststellen, dass er nicht mehr das ist, was er dachte.

Jetzt gibt es was auf die Ohren

Auch in Terminator: Die Erlösung kehrt Brad Fiedel – der Schöpfer, des authentischen Score – nicht als Komponist zurück. Stattdessen übernimmt Danny Elfman (unter anderem Mission: Impossible, Spider-Man, Avengers: Age of Ultron) die musikalische Arbeit und schafft es im Gegensatz zu Marco Beltrami, der den Score von Terminator 3: Rebellion der Maschinen produzierte, die musikalische DNA des Franchise einzufangen aber dennoch etwas eigenes zu schaffen. Der Score präsentiert metallisch aggressive Klänge, die die Übermacht von Skynet und dessen Roboterarmee treffend zur Geltung bringen. Kein Score auf Niveau des zweiten Teils, aber definitiv einer, der in Erinnerung bleibt.

Das Highlight von Terminator: Die Erlösung ist definitiv das Sounddesign, das den akustischen Höhepunkt des Franchise darstellt und gleichzeitig von einigen Menschen als Test für Heimkino-Soundsysteme empfohlen wird. Die Akustik bei der Hydraulik sowie dem mechanischen Knarren bei Bewegung der Terminatoren gehen direkt unter die Haut, bleiben lange in Erinnerung und schaffen eine Atmosphäre, die für eine gruselige Gänsehaut sorgt. Und genau so muss das Sounddesign der Killermaschinen der Zukunft sein. Sie müssen Angst auslösen und die schiere Übermacht vermitteln.

Die Schönheit der Postapokalypse

Die Spezialeffekte von Terminator: Die Erlösung sind eine angenehme Mischung aus praktischen und computergenerierten Effekten, die optisch begeistern können. Die echten Explosionen, Hubschrauber, Kostüme sowie animatronischen Puppen der T-600 ergänzen sich treffend mit der nuklear ausgebombten Postapokalypse, Skynets Festung und den Hunter Killern. Zudem bietet Terminator: Die Erlösung ein paar neue Roboter, bei denen das aggressive Design die Rezipienten überzeugen kann.

Terminator: Die Erlösung kann die Endzeitstimmung dank der Kameraarbeit von Shane Hurlbut überzeugend präsentieren. Jedoch verzichtet der Film auf den typischen bläulichen Filter aus Terminator sowie Terminator 2: Tag der Abrechnung und setzt vielmehr auf ein braungraues Farbbild, das Zuschauende an die Postapokalypse aus Mad Max: Fury Road erinnert. Doch da der Krieg noch einigermaßen frisch ist, hauptsächlich tagsüber geführt wird und die Kamera schöne Bilder sowie ein paar Hommagen an die Vorgänger bietet, kann der abweichende Farbfilter verziehen werden.

Das gute Militär

Terminator: Die Erlösung switcht die gewohnte Erzählweise des Franchise, beginnt erst in der Vergangenheit und dann hauptsächlich in der Zukunft. Abseits davon geht der Film von McG ein paar mutige neue Wege und schafft einen neuen Hybriden, bei dem es unklar zu sein scheint, ob er Freund oder Feind ist. Zudem hat John Connor noch nicht das Standing, das ihm seine Mutter Sarah Connor garantiert hat. Während John für Soldaten wie Barnes (Common) ein Held und geborener Anführer ist, ist er für die Generäle des Widerstands nur ein falscher Prophet, der Ressourcen unnötig binden will.

Terminator: Die Erlösung profitiert von Förderungen durch das US-Militär und Pentagon, was sich durch Nutzen von Basen, Fahrzeugen und Ressourcen äußert. Im Gegenzug erhielt das Militär Mitspracherecht am Drehbuch, um sich selbst positiver darzustellen. Das ist ein gern genutztes Mittel in Hollywood, auf das sogar Filme wie Pitch Perfect 3 zugreifen, doch Terminator: Die Erlösung kann den Einsatz einigermaßen kaschieren: Da der Film am Wendepunkt von Skynets Waffenentwicklung steht und die letzten Splitter der militärischen Streitkräfte zeigt, gibt es noch keine Plasmawaffen und der Einsatz von Marschflugkörpern, Luft-Boden-Jets sowie weiterer Ausrüstung der US-Streitkräfte ist plausibel.

I’ll be back

Arnold Schwarzenegger kehrt zwar in Terminator: Die Erlösung nicht in seine ikonische Rolle zurück, das Schauspiel stimmt aber dennoch. Gerade Christian Bale kann als John Connor überzeugen und wirkt im Gegensatz zu Nick Stahl aus dem dritten Teil wirklich wie der geborene Anführer. Einzig die emotionale Bindung zu Bryce Dallas Howard als Katherine Brewster will nicht recht überzeugen und wirkt wie ein Überbleibsel des direkten Vorgängerfilms. Anton Yelchin hingegen spielt einen überraschen interessanten Kyle Reese, der im Gegensatz zu Terminator noch nicht der perfekt informierte Soldat ist und kann im Zusammenspiel mit Jadagrace als Star überzeugen.

Doch das schauspielerische Highlight von Terminator: Die Erlösung neben Christian Bale ist überraschenderweise Sam Worthington als Hybrid Marcus Wright, der wohl von James Cameron aufgrund der Zusammenarbeit in Avatar – Aufbruch nach Pandora empfohlen wurde, gerade in Zusammenarbeit mit Moon Bloodgood oder Anton Yelchin überzeugen kann und nebst seiner Rolle in The Negotiator beweist, dass er nicht nur den toxischen Familienvater Jack Sully in Camerons Avatar performen kann. Ursprünglich sollte Josh Brolin die Rolle von Marcus Wrigt übernehmen, dieser lehnte jedoch ab, da das Drehbuch nicht mehr so düster wie versprochen war.

Der Beginn einer Trilogie?

Die Dialoge und Story von Terminator: Die Erlösung sind zwar deutlich Besser als im dritten Teil, erreichen dennoch nicht die Klasse von Terminator oder Terminator 2: Tag der Abrechnung. Zudem ist dem Drehbuch anzumerken, dass es während des Autorenstreiks 2007 bis 2008 fertiggestellt wurde. Einige Dialoge sind nicht ausgereift, teilweise führt John Connor scheinbar Selbstgespräche und immer wieder versucht der Film Dinge zu sehr auserzählen zu wollen, was für Fans des Franchise, die in einem vierten Teil die Hauptzielgruppe sein sollten, überflüssig ist. Dennoch kann die Story genug Spannung aufbauen.

Dennoch hat diese einen Haken, da Terminator: Die Erlösung als Beginn einer neuen Trilogie gedacht war. Doch das Drehbuch mit seinen Logiklücken, die die spannende Story überschatten wollen war bereits ein schlechtes Omen. Zudem gab es am Set des Films regelmäßig Streitereien und Christian Bale selbst hat sich geschworen, dass er nie wieder mit Regisseur McG zusammen arbeiten will. Da die Trilogie nie fortgeführt wurde und ein Abschluss der Story von Terminator: Die Erlösung dank der Nachfolger Terminator: Genisys und Terminator: Dark Fate unwahrscheinlich ist, ist das Ende des vierten Films etwas abrupt und offen.

Fazit

Terminator: Die Erlösung ist zwar weit davon entfernt, Terminator oder gar Terminator 2: Tag der Abrechnung inhaltlich zu erreichen, ist aber genau der Nachfolger, der am ehesten neue Schritte wagt und mit dem Wechsel des Szenario in die Zukunft frischen Wind in das Franchise bringt. Schade nur, dass der Film finanziell kein großer Erfolg war und es Auseinandersetzungen am Set gab. Denn von den letzten drei Filmen bietet Terminator: Die Erlösung die vielversprechendste Geschichte, die besten Effekte und das schönste Sounddesign.

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