The Social Network

The Social Network

16. Oktober 2026 Hel Film

The Social Network ist ein biographisches Drama über den Aufstieg von Facebook und der Rücksichtslosigkeit von Mark Zuckerberg. Der Film wurde vom Regisseur David Fincher (Sieben, Alien 3, Fight Club, Gone Girl – Das perfekte Opfer) inszeniert, das Drehbuch ist von Aaron Sorkin und Ben Mezrich. The Social Network kam 2010 heraus, ist ab 12 Jahren freigegeben und hat eine Lauflänge von zwei Stunden. Mit Vorbereitung auf den im Jahr 2026 erscheinenden The Social Reckoning von Aaron Sorkin habe ich Finchers Werk jetzt zum ersten Mal gesichtet.

An einem Herbstabend im Jahr 2003 setzt sich der Harvard-Student und Programmiergenie Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg) an seinen Computer und beginnt voller Eifer, an einer neuen Idee zu arbeiten. In einem Rausch aus Bloggen und Programmieren entwickelt sich das, was in seinem Studentenwohnheim als kleine Website für Freunde beginnt, bald zu einem globalen sozialen Netzwerk und einer Revolution in der Kommunikation. Nur sechs Jahre und 500 Millionen Freunde später ist er der jüngste Milliardär der Geschichte.

Eine vermeintliche Neutralität

The Social Network zeigt den rücksichtslosen, sexistischen Aufstieg von Mark Zuckerberg und zeigt auch, dass die Idee von Facebook einer Website entspringt, auf der das Aussehen von Frauen bewertet werden konnte, ohne dass diese davon wussten oder gar ihre Erlaubnis gegeben haben. Finchers Film versteckt sich zwar hinter der Ausrede, ein stiller und damit neutraler Beobachter sein, gibt aber nur den Tätern, den Männern die Bühne, die ihre Idee aus frauenverachtenden Projekten geschöpft, diese unterstützt oder gut geheißen haben. Die Frauen und ihre Wut sind hier eine Randnotiz der Randnotiz, wodurch The Social Network den Sexismus unkritisch – fast schon verherrlichend – als erzählerischen Katalysator nutzt.

Damit zeigt der Film zwar die Realität auf, in der für solche Verbrechen keine Konsequenzen gefürchtet werden müssen, aber David Fincher ordnet diese nicht ein und schafft mit The Social Network wieder einmal dieselbe Gefahr, die er auch bei Fight Club geschaffen hat: Das Werk lockt eine gewisse Bubble an Filmbros an, die die Deutungshoheit über den Film für sich und ihr toxisches Weltbild beanspruchen. Selbst, wenn Fincher in Interviews seine Intentionen zu den Projekten ausführlich erklärt und drauf hinweist, dass die Werke missverstanden wurden, ist der Schaden bereits unumkehrbar angerichtet.

Ab einem gewissen Moment stellt sich heraus, dass The Social Network in einer Rückblende in einer Art juristischen Interview erzählt wird. Dieses Interview ist aber im Vergleich zu den Rückblenden relativ trocken und wirkt wie ein emotionaler Bremsklotz in der Erzählung. Es sind Männer in einem geschlossenen Raum, die sich einen juristischen Schwanzvergleich bieten, in dem es letztlich darum geht, wer die mächtigeren und reicheren Mäzen im Bekanntenkreis hat. Da wäre letztlich eine gewöhnliche unternehmerische Biopic-Geschichte, wie bei BlackBerry: Klick einer Generation oder Air – Der große Wurf interessanter gewesen.

Da geht doch mehr

Das Schauspiel ist dank Darstellenden wie Justin Timberlake, Rooney Mara oder den kontroversen Armie Hammer solide, aber wie bei der Inszenierung der Story wird von einem David Fincher Film mehr Tiefe, mehr Dramatik erwartet. So bleiben Jesse Eisenberg, der den gefühls- und emotionslosen Mark Zuckerberg brillant verkörpert sowie Andrew Garfield als sein gutmütiger und für solche Personenkreise zu leichtgläubiger Freund Eduardo Saverin der einzige Lichtblick in The Social Network. Und selbst die beiden Darsteller haben in Filmen wie A Real Pain oder Hacksaw Ridge – Die Entscheidung besser performen können.

Fans Deutscher Synchronfassung kriegen zwar in The Social Network eine solide Übersetzung mit den bekannten Synchronsprechern der größeren Schauspieler, aber hier empfiehlt sich dennoch die Originalfassung. Allein, da Jesse Eisenberg seine Emotionen wenn überhaupt über die Stimmlage, aber nicht wirklich über das Gesicht äußert, was aber zu den bekannten Auftritten von Mark Zuckerberg passt. In der deutschen Synchro geht von diesen Emotionen ein Ticken zu viel verloren und die Originalfassung ist damit deutlich präziser.

Eine kreative Lösung

Optisch schafft The Social Network zwar vereinzelte Momente, die durch Memes und Ausschnitte in Form von Reels oder Tik-Toks teil der Popkultur sind, aber abseits davon bleibt die Kameraführung und die Positionierung der Kamera blass. Hier werden die Regeln von Biopics befolgt, was dem Anspruch von Fincher nicht genügend darf. Ein kleines Highlight ist hier nur die Tatsache, dass beim Dreh auf der Harvard getrickst und ausgewichen werden musste, da die Uni keine Erlaubnis für den Dreh ausgestellt hat.

Fazit

The Social Network gehört zu den Filmen, deren Ruf ich nicht ganz nachvollziehen kann. Nicht nur, dass der Film letztlich ein Biopic für Facebook ist, es ist für David Fincher relativ okay, aber der Regisseur konnte davor und danach besser brillieren. In Erinnerung bleiben letztlich Jesse Eisenberg als Zuckerberg, Andrew Garfield als sein damals bester Freund sowie die Tatsache, dass The Social Network denselben Effekt wie Fight Club haben kann. Eben nur für Filmbros, die nicht gerne hinaus gehen.

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