Forgotten Island ist nach Der gestiefelte Kater – Der letzte Wunsch und Der wilde Roboter der neueste Film von Universals Animationsschmiede DreamWorks Animation. Der Film hat eine Lauflänge von 109 Minuten, eine FSK 12 Freigabe und erscheint am 08.10.2026 in den deutschen Kinos. Doch nach den Vorgängerfilmen ist die Erwartung an Forgotten Island enorm hoch. Mit dem Thema der besten Freundschaft und dem Verfolgen der Kindheitsträume scheinen Sorgen unberechtigt.
Jo (Magdalena Höfner) und Raissa (Gabrielle Pietermann) sind seit der Grundschule beste Freunde und eigentlich unzertrennlich. Doch während Jo auch als junge Erwachsene immer noch der wilde Freigeist ist, wird Raissa langsam erwachsen und will die Philippinen verlassen, um in den USA zu studieren. In ihrer letzten gemeinsamen Nacht finden die beiden Freundinnen ein Portal, das zu ihren langjährigen Traum führt: die Insel Nakali. Dort begegnet ihnen der Wehrhund Raww (Tim Schwarzmaier) und bietet sich als Tourguide an, der zwischen freundlichen sowie feindlichen Dämonen und Kreaturen unterscheiden kann.
Der nächste optische Hit?
DreamWorks Animation bleibt mit Forgotten Island dem positiven Ruf der letzten Filme treu und kann optisch wieder mehr als nur überzeugen. Der Animationsstil bleibt kreativ, überrascht mit vielen Details bei Protagonisten sowie den Sets und bietet wohlig warme Farben, die die Details nochmal hervorheben. Gerade die Freundschaftsarmbänder von Jo und Raissa sowie der Markt auf der Dämoneninsel Nakali strotzen nur vor detailverliebten Elementen, wodurch der Übergang zwischen den Philippinen und der Forgotten Island kreativ klar ersichtlich ist.
Das kleine Highlight von Forgotten Island ist der Wechsel von Animationselementen, die je nach Szene einzelne Charaktere oder die ganze Szene betreffen. Vom Wechsel des klassischen Stil des Films bis hin zu Merkmalen aus Anime, gezeichneten Passagen und weiteren Elementen finden sich diverse Elemente, die beweisen, dass sich Forgotten Island nicht in kreativen Fesseln gefangen hält. Dabei übertreibt der Mix zu keiner Zeit, sondern sorgt für ein erfrischen anderes Sehgefühl.
Ein Film für die ganze Familie
Forgotten Island schafft es geschickt, das Thema Freundschaft und das Erwachsenwerden glaubhaft zu inszenieren und dabei gleichzeitig die beiden Protagonistinnen gut in Szene zu setzen. Das sorgt dafür, dass der Film abseits eines kurzen Hängers in der Mitte der Handlung einen angenehmen Flow hat, wodurch sich die 109 Minuten nicht wirklich zu lange anfühlen. Zudem, ist es schön zu sehen, dass Forgotten Island wie schon G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge sich von Hollywoods Animationsmainstream der letzten Jahre abhebt und den Kindern wieder „erwachsene“ Themen, wie Tod, Einsamkeit oder weitere Verluste zutraut. DreamWorks Forgotten Island geht noch einen Schritt weiter, als Sonys Ziegenfilm und sorgt mindestens einmal für Tränen im Publikum.
Auch, was den Humor angeht, nimmt Forgotten Island kein Blatt vor den Mund, traut dem Publikum mehr als Pixar sowie Disney zu und bietet auch für das erwachsene Publikum diverse humorvolle Einlagen, die zünden, wodurch es Gelächter über alle Altersklassen hinweg gibt. Highlight sind hier Anspielungen auf Predator und Jos Oma Lola (Florepina Sablik), die immer sagt, was sie denkt und die gute Seele des Films ist. Auch bei der Inszenierung der Antagonistin Manananggal (Anna Dramski) wird Forgotten Island sehr direkt und erinnert stark an den Wolf aus Der gestiefelte Kater – Der letzte Wunsch.
Bock auf Party?
Forgotten Island ist nach Finding Emily und Girls Like Girls der nächste Film von Universal, der ein geschicktes Händchen für die Musikauswahl beweist, wobei der DreamWorks Animation Film sich mehr auf eine Feelgood-Partystimmung sowie rappige-poppige Elemente konzentriert. Die Songs passen nicht nur als Begleitung zu den jeweiligen Szenen, sondern werden auch kreativ in die Handlung eingebaut. Dadurch wird die Musik nicht mehr nur ein Soundtrack, sondern ein Stilmittel, mit dem die Handlung weitererzählt wird.
Fazit
Forgotten Island bleibt der Linie von DreamWorks Animation treu und kann optisch voll überzeugen. Das Highlight des Films ist jedoch die Handlung, der Humor und der Fokus auf eine beste Freundschaft zwischen zwei Seelenverwandten. Hier beweist der Film echte Stärke und sorgt durch seine erwachsene Erzählweise für Tränen, aber auch für herzlich echte Lacher. Forgotten Island ist nicht nur ein Animationsfilm für Kinder, sondern ein Film für die ganze Familie, der definitiv ein Besuch im Kino wert ist.