Lion Fist – Kampf der Champions ist der neueste Film von Taim M. Adams und dem Autoren Sean David Lowe, die bereist bei dem Martial-Arts-Klopper The Last Kumite als ausführende Produzenten und Letzterer bereits als Autor mitgewirkt haben. Lion Fist – Kampf der Champions reiht sich auch in das Martial-Arts-Genre ein und will mit einem Budget von nur 350.000 Dollar eine überzeugende Show abliefern, die sich mit den großen Action-Prüglern der Filmwelt messen will.
Vier Jahre lang hat Kampfsportler Joe (Mathis Landwehr) unschuldig im Gefängnis gesessen. Nach seiner Freilassung erfährt er, dass sein Sohn eine teure Operation braucht, weil er an einem lebensbedrohlichen Tumor erkrankt ist. Joes einzige Chance, um ihn zu retten: ein brutales All-Styles-Turnier mit 100.000 Dollar Preisgeld. Nach einer harten Ausbildung durch Großmeister Wu betritt Joe den Ring mit einigen der stärksten Fighter der Welt – doch nicht alle seiner Gegner kämpfen mit sauberen Mitteln …
Die Weiterentwicklung von Hanebüchen
Die Story von Lion Fist – Kampf der Champions kann nicht wirklich überzeugen, wirkt deutlich zu abgehetzt und hat ein seltsames Pacing, das die Entwicklung der Handlung hanebüchen erscheinen lässt. Es findet kein Aufbau der Charaktere, keine Entwicklung eines nachvollziehbaren Spannungsbogens und keine emotionalen Höhen und Tiefen statt. In Lion Fist – Kampf der Champions passieren Dinge zusammenhanglos aneinandergereiht, ohne dass diese wirklich Sinn ergeben.
Auch, was das Schauspiel und die Charaktere angeht, kann Lion Fist – Kampf der Champions nicht wirklich überzeugen. Die Leistung der Darstellenden lässt zu Wünschen übrig und schafft ein blasses Charakterbild, das wenig bis kaum Raum für Emotionen zulässt. Die Charaktere selbst bleiben dabei jederzeit Eindimensional und vorhersehbar. Untermalt wird diese Tristesse von den Dialogen, die nie das Gefühl echter Menschlichkeit auslösen, zwischenmenschliche Beziehungen unrealistisch erscheinen lassen und zum Fremdschämen einladen.
Die Inflation erwischt auch Kämpfe
Wenigstens die Kämpfe von Lion Fist – Kampf der Champions können das Publikum überzeugen, auch wenn diese nicht die Klasse von einem The Furious erreichen und der Film von Taim M. Adams viel zu sparsam mit den schlägerischen Auseinandersetzungen umgeht, wodurch eigentlich fast nur der Showdown der letzten 10 Minuten bleibt. Es gibt zwar ein paar Trainingseinlagen, diese können aber nur bedingt überzeugen und lassen bis zum Schluss sehnsüchtig auf mehr hoffen.
Optisch sieht Lion Fist – Kampf der Champions zwar solide aus und kann dank der Kameraarbeit von Konstantin Freyer die Kampfszenen ansehnlich in Szene setzen. Jedoch sind viele Sets klar als Filmsets erkennbar und fühlen sich nicht wie ein Teil einer echten dynamisch lebendigen Stadt an. Generell wollen die Sets kein gescheites Gesamtbild einer echten Stadt ergeben. Das mag zwar am überschaubaren Budget liegen, aber auch ein Obsession mit einem Budget von 750.000 Euro konnte hier deutlich besser abliefern.
Fazit
Lion Fist – Kampf der Champions mag zwar Fans der Martial-Arts-Filme der 80er und 90er Jahre erreichen, aber abseits davon kann der Film nicht wirklich begeistern. Auch, wenn das Budget vergleichsweise niedrig ist, entschuldigt das nicht den abgehetzten undurchsichtigen Vibe sowie die fehlende Szenengeographie oder ein echtes Stadtfeeling. Und wer wenigstens einen soliden Actionkracher abseits der hanebüchenen Story erwartet, wird auch nicht auf die Kosten kommen, da Lion Fist – Kampf der Champions viel zu sparsam mit seinen Kämpfen umgeht.