Minions & Monster ist von Regisseur Pierre Coffin und erschien im Jahr 2026. Es ist der mittlerweile siebte Film mit den gelben Kreaturen in Tic-Tac-Form, sowie das dritte Soloabenteuer der Minions. Dabei ist Minions & Monster ein erstes wirkliches Soloabenteuer und verzichtet auf das Spektakel der von Fans geliebten Minions Kevin, Stuard und Bob, aber damit auch auf Superschurken Gru (Steve Carell).
Stattdessen geht es in Minions & Monster um einen neuen Minionstamm, welcher bereits seit der griechischen Antike auf der Suche nach dem Boss ist. Doch nachdem sie den Zyklopen, einen Magier und weitere Kandidaten bis teils zum Tod enttäuscht haben, woran oft die beiden besten Freunde, Künstler und Quatschköpfe James und Henry (beide Pierre Coffin) schuld sind, scheint die Suche aussichtslos. Doch alles ändert sich, als die Minions auf den Stummfilmregisseur Max (Christoph Waltz) treffen, welcher ihnen eine große Karriere in Hollywood verschafft und James eine Karriere als Regisseur in Aussicht stellt.
Ein notwendiger Neustart?
Es ist zwar traurig, dass Minions & Monsters auf die beliebten Minions Kevin, Stuard und Bob verzichtet, aber nach Minions und Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss sowie den vier Ich – Einfach unverbesserlich Filmen ist deren Geschichte letztlich genug auserzählt. Neue Minions, die wir kennen lernen können und eine neue Geschichte, welche sich von der Antike bis in die goldenen Zwanziger und den Ursprung Hollywoods zieht, bringen frischen Wind in das Minion-Franchise sowie eine überraschend unerwartete Abwechslung vom Illumination-Einheitsbrei. Zudem setzt der Film mit dem Minion Ed ein Zeichen für Inklusion, da dieser auf Gebärdensprache angewiesen ist und von seinen Kumpanen bedingungslos akzeptiert wird.

Auch, wenn Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss schon vereinzelt Verweise auf Filmklassiker hatte, ist das nichts im Vergleich zu Minions & Monster. Denn der neue Film mit den Dienern der Bösen ist eine reine Liebeserklärung an Hollywood und dessen Entstehungsgeschichte sowie eine augenzwinkernde Anspielung an Christopher Nolans Die Odyssee (2026). Wir sehen die ersten Bewegtbilder wie The Horse in Motion, Die Ankunft eines Zuges auf dem Bahnhof in La Ciotat, Die Reise zum Mond, aber auch die ersten Monsterfilme, wie Die Mumie (1932) sowie Der Schrecken vom Amazonas.
Bekannter dürften Verweise auf Charlie Chaplins Moderne Zeiten, Casablanca, Susi und Strolch, Der weiße Hai und Matrix sein. Dabei sorgt Minions & Monster nicht nur für Gotcha-Momente und Memberberriers, sondern webt die Klassiker mal mehr und mal weniger geschickt in die humorvolle, parodistische Handlung der Minions ein und schreibt den Ursprung der Klassiker mit einem Augenzwinkern um, da Minions entweder Auslöser oder Beteiligte der Handlung von Filmen wie Moderne Zeiten sind.

Diese legendäre Stimme
Minions & Monster ist zudem der schönste Minion-, ja wenn nicht sogar der schönste Illumination-Film. Oft und besonders in den ersten Filmen mit Minions, war das Studio dafür bekannt, dass Hintergründe oft leer und repetitiv sind. Zwar gibt es vereinzelt immer noch die leeren Hintergründe, aber gerade in Hollywood, in Innenräumen und immer weiteren Szenen ist der Film ungewohnt detailverliebt und zeigt hoffnungsvoll eine Perspektive, in der Illumination nicht ausschließlich dem nächsten Maximalgewinn hinterherrennt.
Doch das größte Highlight von Minions & Monster neben einigen raffinierten Witzen und popkulturellen Seitenhieben, wie das Treten auf Legosteine, ist Christoph Waltz als der Regisseur Max. Der legendäre österreichische Schauspieler beweist, dass er nicht nur in Realfilmen, sondern auch in Animations- und Kinderfilmen seine gewohnte Qualität abliefert und sowohl im O-Ton, als auch der deutschen Synchronfassung mal wieder mit seiner markanten Stimme zu spielen weiß. Allein Christoph Waltz Präsenz hebt die Szenen mit seiner Beteiligung stark an.

Doch wo sind die Monster?
Bei all den Lobgesängen ist Minions & Monster jedoch bei weitem nicht perfekt. Denn das Auftreten der namensgebenden Monster Goomi (Trey Parker), Howard (Phil LaMarr) und Phillips (Bobby Moynihan) ist fast schon wie ein Störfaktor für den Film. Nicht nur, dass aus der Handlung mit den Filmen und historischen Anspielungen herausgerissen wurde, es ändert sich auch der Humor und damit der Tenor der Handlung grundlegend.
Denn Minions & Monster bietet an sich Humor für die gesamte Familie, was nicht nur an den Verweisen auf die Filmklassiker, sondern auch an Minions selbst liegt, auch wenn sich ein paar der Witze zu oft wiederholen und repetitiv wirken. Doch der Humor der Monster und der Umgang mit diesen ist für das ältere Publikum ein wenig zu kindisch und zu vorhersehbar. Einzig ein heroischer Auftritt der Minions vermag den Film für ältere Zuschauende zu retten. Klar, es handelt sich in erster Linie um einen Kinderfilm, dennoch ist der geänderte Tenor schade, da Minions & Monster abseits dieser 20-25 Minuten ein Film für Jung und Alt ist.

Fazit
Minions & Monsters ist bei Weitem kein Meilenstein Hollywoods und setzt auch keine neuen Maßstäbe für Animationsfilme, ist dennoch angenehm erfrischend und unterhaltsam. Gerade für einen Illumination-Film gibt es überraschend viel Detailverliebtheit sowie Liebe für die Ursprünge von Hollywood und dessen Klassiker. Minions & Monster bietet damit die Chance, dass sich auch mehr jüngere Menschen mit Filmgeschichte interessieren und somit eine neue Leidenschaft für sich entdecken. Damit ist der Film trotz der genannten Kritik eine Empfehlung für die ganze Familie.