Terminator: Genisys

Terminator: Genisys

25. September 2026 Hel Film

Terminator: Genisys ist von Regisseur Alan Taylor (Thor: The Dark Kingdom, Kill the Poor) und der mittlerweile fünfte Teil des Terminator-Franchise. Wie schon bei Terminator: Die Erlösung wurde Terminator: Genisys als der Beginn einer neuen Trilogie geplant. Diesmal kehrt Arnold Schwarzenegger als Terminator zurück, die Zukunftsstory des Vorgängers, in der gegen Skynet gekämpft wird, wird links liegen gelassen und unter anderem dank David Ellison wird auf ganz viel Nostalgie gesetzt.

Der Krieg gegen Skynet (Matt Smith) ist im Endspiel und der Widerstand startet den finalen Schlag in Colorado. Doch John Connor (Jason Clarke) führt mit seiner rechten Hand Kyle Reese (Jai Courtney) eine kleine Gruppe einen Angriff gegen eine Außenbasis von Skynet an, in der sich die Zeitmaschine befindet, mit der Skynet einen Terminator und John Kyle ins Jahr 1984 schicken. Das Ziel ist Sarah Connor (Emilia Clarke). Doch zu Kyles Überraschung wartet sie bereits mit einem T-800 namens Paps (Arnold Schwarzenegger) auf Kyle. Durch das Verschieben der Zeitlinien gibt es mehrere Terminatoren, weshalb die beiden Menschen mit einer Zeitmaschine in das Jahr 2017 reisen müssen. Doch dort erwartet die Beiden eine alles verändernde Überraschung.

Hanebüchen: Genisys

Wie bereits Terminator: Die Erlösung beginnt Terminator: Genisys anders, als die gewohnten Vorgänger. Diesmal wird er Judgement Day aus der Sicht von Zivilisten geschildert und das Publikum erfährt, wie der Heldenmythos um John Connor entstehen konnte. Das Problem hierbei ist jedoch die Tatsache, dass der Krieg gegen Skynet zu einfach wirkt und nicht mit dem Leidensdruck aus Terminator oder gar Terminator 2: Tag der Abrechnung präsentiert wird. Der menschliche Widerstand obsiegt zu leicht und im Gegensatz zum vierten Teil hat dies keinen taktischen Nutzen für Skynet.

Zudem will Terminator: Genisys einen radikalen Twist bieten, der die Terminator-Story grundlegend verändert und Fans mehr als nur zwiegespalten zurückgelassen hat. Jedoch verrät der Film diesen Twist viel zu schnell, will mit diesem nicht wirklich spielen und das Marketing hat diese Offenbarung auch bereits im Trailer verraten. Gleichzeitig setzt Terminator: Genisys auf Nostalgia-Bait, der versuchen will, die ersten beiden Teile zu verbinden. Doch dabei entstehen Logiklücken, die größer als der Todesstern sind und Fans mehr als verdutzt zurück lassen.

Ach herrje

Immerhin versucht Terminator: Genisys seinen Nostalgia-Bait der Vorgänger schön in Szene zu setzen. Doch Jahre später will dies nicht wirklich funktionieren und die visuellen Effekte abseits der Zukunftsszenen sind aus der Zeit gefallen, stechen sofort ins Auge und schaffen Momente, in denen Verfolgungsjagden sowie die ruckartige Bewegung von Fahrzeugen uncanny hanebüchen wirken. Beim Bild setzt Terminator: Genisys zwar auf den typisch blauen Filter der ersten beiden Teile, aber abseits davon kann die Kamera von Kramer Morgenthau keine Bilder schaffen, die in Erinnerung bleiben.

Der Score von Lorne Balfe mit Assistenz von Hans Zimmer erinnert in ein paar wenigen Momenten an die musikalische DNA des Terminator-Franchise, bleibt aber abseits davon generisch leicht und hat abseits ein paar generischer bassiger Töne keine emotionale Tiefe. Die Musik bleibt nicht in Erinnerung und schafft auch keine Spannung. Das ist an sich schade, wenn man bedenkt, dass beide Komponisten in Filmen wie Mission: Impossible – Fallout oder Top Gun: Maverick den Score der Vorgänger respektiert und dennoch was Erinnerungswert eigenes geschaffen haben.

Terminator sind Menschen, Menschen sind Terminatoren

Dass Arnold Schwarzenegger als der T-800 „Paps“ und Sarah Connors Ziehvater wieder zurückkehrt, ergibt für die Handlung zwar keinen Sinn, funktioniert dennoch unterhaltsam gut. Er erreicht zwar nicht seine Leistung aus Terminator 2: Tag der Abrechnung, kann aber als der maschinelle Vater mit menschlichen Zügen und einer Prise Humor vollkommen überzeugen. Diese Menschlichkeit des Terminator ist aber das größte Problem des Films, da Arnold Schwarzeneggers Charakter der Einzige ist, der menschlich wirken will.

Terminator: Genisys ist der erste Teil der Reihe, der Sarah Connor präsentiert, aber auf die ikonische Linda Hamilton verzichtet und stattdessen auf Emilia Clarke, die unter anderem aus Game of Thrones bekannt ist. Doh sie kann mit Jai Courtney als Kyle Reese zu keiner Zeit harmonieren. Neben dem hölzern steifen Schauspiel entsteht keine Sympathie oder Chemie, wodurch Menschen wie die wahren Maschinen wirken. Die Tristesse der Charaktere wird von den zum Fremdscham einladenden Dialogen, die aus einem Teenie-Drama stammen könnten, treffend untermalt.

Die Trilogie der gescheiterten Trilogien

Der bitter-ironische Fall des Terminator-Franchise setzt sich auch mit Terminator: Genisys weiter fort. Wie schon Terminator: Die Erlösung war der Film als Auftakt einer neuen Trilogie geplant, die aber aufgrund mangelnder Einspielergebnisse sowie vernichtender Kritiken verworfen wurde. Stattdessen wurde Platz für Tim Millers Terminator: Dark Fate unter Produktion von James Cameron Platz geebnet, der ebenfalls der Beginn einer neuen Trilogie sein sollte.

Fazit

Terminator: Genisys ist nicht nur der Ausflug des Terminator-Franchise in Multiversen, sondern markiert auch den Tiefpunkt der Reihe. Optisch ist der Film schlecht gealtert, gerade die Helikopter bewegen sich so unrealistisch, dass es herausreißt und die Bilder bleiben auch nicht in Erinnerung. Ironischerweise ist Arnold Schwarzeneggers Terminator der einzige Charakter, der menschlich wirkt, während die Menschen wie Maschinen wirken. Hinzu kommt der Twist, der wie ein Schlag ins Gesicht für Terminator-Fans wirkt.

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