Terminator 3: Rebellion der Maschinen ist der erste Film des Franchise, der nicht mehr von James Cameron, sondern von Jonathan Mostow inszeniert wurde. Auch in der Produktion ist Cameron nicht mehr beteiligt gewesen. Und auch, wenn Edward Furlong nicht mehr als John Connor zurückkehrt, kann sich der Film dennoch auf Arnold Schwarzenegger als namensgebende Killermaschine in der Hauptrolle verlassen. Terminator 3: Rebellion der Maschinen genießt dabei bei Fans einen eher zweifelhaften Ruf, wobei sich 23 Jahre später die Frage stellt, ob dieser Ruf gerechtfertigt ist.
Es ist das Jahr 2004: John Connor (Nick Stahl) ist mittlerweile erwachsen und lebt ohne festen Wohnsitz. Seit den Tod von seiner Mutter im Jahr 1997 und dem Ausbleiben des Tags des Jüngsten Gerichts streift Connor wie ein Vagabund umher, versinkt von einem Drogenrausch in den Nächsten und überfällt regelmäßig die Arztpraxis von Katherine Brewster (Claire Danes), um an Morphium zu kommen. Doch als Katherine John eines Nachts erwischt und plötzlich nicht nur eine mysteriöse Killerin (Kristanna Loken), sondern auch ein T-850 (Arnold Schwarzenegger) auftauchen, stellt sich das Leben der beiden Menschen für immer auf den Kopf.
Die logische Weiterentwicklung
Terminator 3: Rebellion der Maschinen spielt im Jahr 2004 und entwickelt das Szenario des Franchise damit glaubhaft weiter. Radiofunk, stationäre Münztelefone und Geldautomaten gehören der Vergangenheit an. Das Internet und Mobiltelefone dominieren das alltägliche Leben der Menschen, was ein Abtauchen erschwert. Das wissen auch Skynet und dessen Jäger, eine T-X-Einheit (Kristanna Loken), für sich zu nutzen. Digitale Datenabfragen, Computerviren, Blocken sowie Abfangen von Anrufen und das Fernsteuern von Einsatzfahrzeugen sind hier moderne Mittel der Jagd.
Auch in der Erzählweise unterscheidet sich Terminator 3: Rebellion der Maschinen stark von Terminator oder gar Terminator 2: Tag der Abrechnung. Zwar ist John Connor immer noch das Primärziel von Skynet, aber nicht der Grund, warum die T-X zur Jagd in die Vergangenheit geschickt wurde. Vielmehr sollen Connors zukünftige Offiziere des Widerstands liquidiert werden und nur durch Zufall wird der Anführer des Widerstands von der Terminatrix T-X entdeckt. Hinzu kommt, dass Terminator 3: Rebellion der Maschinen im Vergleich zu seinen Vorgängern mehr auf Humor getrimmt sein will und sich das Fehlen von Linda Hamilton als Sarah Connor bemerkbar macht.
Der Geist der 2000er-Pro-7-Filme
Nicht nur, dass Linda Hamilton und damit eine schillernde Ikone des Terminator-Franchise in Terminator 3: Rebellion der Maschinen fehlt, abseits von Arnold Schwarzenegger und einem kurzen erneuten Auftritt von Earl Boen als Dr. Peter Silberman fehlt der alte Cast vollständig und bei der Wahl des neuen Cast wurde nicht viel Feingefühl bewiesen. Nick Stahl als John Connor soll zwar wie ein Loser wirken, jedoch sind ihm die Taten aus T2 und das Charakterformat für einen Anführer überhaupt nicht anzumerken. Claire Danes kann als Katherine Brewster zwar überzeugen, erreicht aber Linda Hamilton nicht und Kristanna Loken als T-X ist vollkommen charakterlos und dient mit ihren erotischen Blicken sowie der Präsentation der Brüste letztlich dem Male Gaze.
Und auch in der Ausarbeitung der Charaktere sowie der Dialoge kann Terminator 3: Rebellion der Maschinen nicht mit den Vorgängerfilmen mithalten. Charaktere sind zu eindimensional sowie blass geschrieben und zwischenmenschliche Beziehungen grenzen schon an übertriebenen Kitsch. Die Dialoge selbst sind hölzern, unnatürlich steif und für das Franchise ungewohnt aggressiv, und erinnern eher an einen Dienstagabendfilm aus dem Fernsehen, als den dritten Teil des legendären Franchise.
Drei Schritte zurück
Terminator 3: Rebellion der Maschinen hat ein paar wunderschöne CGI-Shots, die aber nicht die Qualität der Effekte von Terminator 2: Tag der Abrechnung erreichen, jedoch bis auf ein paar Ausnahmen, die die positiven Effekte negativ belasten, im Geist zur Vorlage stehen. Und auch praktische Effekte kann Terminator 3: Rebellion der Maschinen in der Action bieten, wobei viele Szenen eine Kopie des Vorgängers sind und die Kameraarbeit von Don Burgess die Szenen nicht mitreißend in Szene setzen kann.
Das Traurigste an Terminator 3: Rebellion der Maschinen ist jedoch die Tatsache, dass Brad Fiedel nicht mehr als Komponist für den Film zurückgekehrt ist. Die Scores des Komponisten waren bahnbrechend und haben sich zurecht in der Popkultur etabliert. Stattdessen untermalt Marco Beltrami (Resident Evil (2002), World War Z, A Quiet Place) den Film mit seinen Klängen. Doch dieser lässt die musikalische DNA der Vorgänger links liegen, schafft aber auch keinen eigenen kreativen Score sondern viel mehr seelenlose musikalische Untermalung, die an Scores von Direct-to-DVD-Actionstreifen erinnert.
Fazit
Terminator 3: Rebellion der Maschinen kopiert zwar immer wieder Momente seiner Vorgänger, ist aber auch radikal anders als diese. An sich wär dies ja auch okay, wenn sich der Film von Jonathan Mostow nicht wie ein plan- und seelenloser Cashgrab anfühlen würde. Die Musik verliert den Charme der Vorgänger komplett, das Schauspiel hat keinen nennenswerten Tiefgang und die Dramatik geht im plumpen Versuch der humoristischen Einlagen unter. Doch mit einem Budget von 200 mio. Dollar und einem weltweiten Einspielergebnis von 433 mio. Dollar sowie einem eher verpönten Ruf bei Fans gilt Terminator 3: Rebellion der Maschinen als Flop.