Terminator: Dark Fate ist von Regisseur Tim Miller (Deadpool) unter der Produktion von James Cameron und der mittlerweile sechste, aber bisher auch letzte Film des Terminator-Franchise. Terminator: Dark Fate war von James Cameron als Beginn einer neuen Trilogie geplant und beachtet in seiner Zeitlinie nur Terminator sowie Terminator 2: Tag der Abrechnung. Alle anderen Filme des Franchise werden für diese Story ignoriert.
Dani Ramos (Natalia Reyes) führt mit ihrem Vater und ihrem Bruder eigentlich ein normales Leben und arbeitet in einer Fabrik. Doch alles ändert sich, als sie in einen Krieg hineingezogen wird, der noch gar nicht begonnen hat und eine Maschine – ein REV-9 (Gabriel Luna) – Jagd auf sie macht. Schutz bekommt sie dabei von aus der Zukunft stammenden Grace (Mackenzie Davis) sowie Sarah Connor (Linda Hamilton), die nach der Terminierung von John durch einen Terminator (Arnold Schwarzenegger) Jagd auf Maschinen aus der Zukunft macht.
Aus neu mach alt
Terminator: Dark Fate gibt zwar mit der Terminierung von John Connor als Kind vor, dass der veränderte Erzählung wagt, aber das liegt wahrscheinlich vielmehr daran, dass Edward Furlong nicht zurückkehren wollte, wodurch der Schein des Neuen auch schnell trügt. Skynet wurde durch die KI-Waffe Legion ersetzt, anstatt von John bietet der Film Dani, nebst ihrer Beschützerin kehrt auch Linda Hamilton als Gegnerin der Maschinen zurück und Arnold Schwarzenegger hat ebenfalls wieder einen Auftritt. Wobei der Österreicher diesmal nach seiner Mission zum ehrbaren Familienvater wurde und innerhalb mehrerer Jahrzehnte und Hund im Haushalt nie enttarnt wurde.
Terminator: Dark Fate soll zwar inhaltlich nach Terminator 2: Tag der Abrechnung spielen, aber der gegnerische Terminator, die REV-9 Einheit ohne T-Seriennummer wirkt dabei wie das Best-Of der Antagonisten aus den ersten beiden Filmen. Dennoch ist Gabriel Luna als der REV-9 ein kleines Highlight des Films, da er sich in zwei Einheiten aufteilen kann. Dieser Nostalgie-Bait, der zeigen will, dass das Schicksal der Menschheit unumkehrbar ist und sich einfach nur Primärziele ändern, ist zwar hanebüchen, funktioniert aber dennoch besser sowie unterhaltsamer als das Multiversum-Desaster aus Terminator: Genisys.
Ich komme wieder
Auch, wenn das Wiederkehren von Linda Hamilton als Sarah Connor in Terminator: Dark Fate unlogisch ist, macht es einfach Spaß, sie wieder in der Rolle der Frau zu sehen, die Terminatoren nun jagen will und eine perfekte Mischung aus Coolness sowie gebrochener Frau bietet. Und auch Gabriel Luna kann als REV-9, der zwar der gnadenlose Killer ist, aber im richtigen Moment einen coolen Spruch auf den Lippen hat, voll überzeugen und ist mit seiner herzlos gespielten Art nach Robert Patrick als T-1000 und Arnold Schwarzenegger als T-800 der drittbeste Antagonist des Franchise.
Auch abseits von Sarah Connor und dem REV-9 schafft es Terminator: Dark Fate, seine Charaktere und insbesondere Dani mit der Begleitung Grace spannend sowie emotional glaubhaft in Szene zu setzen. Die Ausarbeitung der Charaktere sowie die Dialoge, die trotz Ernsthaftigkeit der Jagd Humor zulassen, lassen die Personen menschlicher und nahbarer wirken, wodurch Fans endlich wieder einen Terminator-Film bekommen, in dem mit den Protagonisten mitgefiebert werden kann, auch wenn die Stärken des zweiten Teils nie erreicht werden.
Losgelöst von Fesseln
Optisch verzichtet Terminator: Dark Fate auf den typisch bläulichen Ton, der wie ein Markenzeichen für das Franchise ist. Dennoch sieht der sechste Ableger der Reihe gut aus. Die Effekte erreichen zwar nicht den zweiten Teil oder Terminator: Die Erlösung, sind aber dennoch solide und können im Vergleich zu Terminator: Genisys überzeugen. Die Kamera von Ken Seng ist sauber, fängt die Action schön ein und bietet Zitate auf die ersten beiden Teile. Es ist aber ausschließlich eine solide Kameraarbeit ohne krass kreative Besonderheiten.
Ein kleines Highlight von Terminator: Dark Fate ist der Score von Tom Holkenborg (Mad Max: Fury Road, Deadpool, Batman v Superman: Dawn of Justice). Der Niederländer schafft eine angenehme Mischung aus Nostalgie der musikalischen DNA des Franchise und den typischen Actionklängen, die zu seinem Merkzeichen geworden sind, bleibt damit musikalisch auf der sicheren Seite. Es gibt keine Enttäuschung, wie in Terminator 3: Rebellion der Maschinen oder Terminator: Genisys, aber auch keine neuen Wege wie in Terminator: Die Erlösung.
Fazit
Terminator: Dark Fate erfindet das Rad nicht neu und geht keine wirklichen Risiken ein. Die Bedrohung ist ein Mix der ersten beiden Filme, Die Charakterbeziehungen sind ähnlich und auch die Dramatik bleibt fast gleich. Dennoch kann Terminator: Dark Fate als nostalgische Erinnerung auf die Stärken des Franchise unterhalten und hat definitiv seine starken Momente. Hier besteht zwar nicht die Notwendigkeit einer neuen Trilogie, aber es ist schade, dass gerade dieser Teil als Sargnagel des Franchise betrachtet wird.